Die allseits beliebte Homepage Leon Haardts Lonely Hearts Club bietet einen multimedialen Marktplatz für alles Überflüssige, Sinnlose, Irr- und Surreale, grenzt sich aber kategorisch ab von wirren Irren, entrückten Verrückten und gefloppten Bekloppten.

Satirebilderbuch 2010+2011
 
Heidis Mädchen: Germany's Next Top Models
18. Juni 2011
Immer wieder hat sie ihren Lieblingsspruch aufgesagt, von dem sie wusste, dass er auf jeden Fall zutrifft - egal welches ihrer "Mädchen" zur Siegerin gekürt wird: "Nur eine kann 'Germany's Next Topmodel' werden." Und auch 2011 sollte sie recht behalten: eine hat tatsächlich gewonnen. Welche war es noch 'mal? Jana, Beccy, Amelie, Sihe, Jil, Joana? Es ist ähnlich wie mit Medikamenten. Wie soll man die vielen Namen der Kandidatinnen auseinanderhalten? Allerdings war die Anzahl der in Frage kommenden Finalistinnen auch noch nie so groß wie in diesem Jahr. So langsam scheint sich herumgesprochen zu haben, was die häufig wechselnden Juroren sehen und hören wollen, obwohl man das so genau ja gar nicht sagen kann. Am meisten staunen immer wieder "die Mädchen", an denen der bittere Kelch vorbeigegangen ist, selber, welche es unverständlicherweise getroffen hat. Für den Zuschauer sieht es aus wie ein Vabanquespiel. Selbst, wenn eine Teilnehmerin aufgrund ihrer Höhenangst an einer Challenge scheitert, heißt das noch lange nicht, dass Frau Klum "heute leider kein Foto" für sie hat. Anscheinend versuchen die Juroren bei jeder Ausscheidung das Mädchen zu finden, auf das alle drei am ehesten verzichten können. Ja, nicht einmal im Finale darf das Publikum mitbestimmen, welche "es" werden soll. Dennoch erfreut sich diese Castingshow großer Beliebtheit. Und die Klum hat auch bereits angekündigt, im nächsten Jahr eine neue Staffel zu veranstalten. Na, denn bewerbt euch mal schön. Und nicht vergessen: es ist nur eine TV-Show.
 
GRÖBAZ - die größten Blutsäufer aller Zeiten
Damit Hitler und Bin Laden nicht für alle Zeit die beiden übelsten Inkarnationen des Bösen bleiben, muss klargestellt werden, dass es zahllose andere Massenmörder in der Weltgeschichte gab. In der folgenden Tabelle sind die (bis zum jetzigen Zeitpunkt) 22 größten Massenmörder aller Zeiten aufgeführt [den Opferzahlen liegen durchschnittliche, im Zweifelsfall konservative Schätzungen und Berechnungen zugrunde]. Die meisten Blutsäufer waren übrigens keine Terroristen oder Feldherren, sondern Politiker!
7. Mai 2011
Rang
Name der Täter
Portrait der Täter
Natio-nalität
Kate-  gorien
Funktionen der Täter
Massenmord-aktionen
Symbol des Grauens
Zeit- raum
Opfer-  zahlen
Opfer
01
Mao Zedong [Tse Tung]
chine-sischer
Politiker (Kommu- nist)
Diktator, Großer Vorsit- zender
Bürgerkrieg, Gro-  ßer Sprung nach vorn, Kultur- revolution, Hungersnöte
1949-   75
~50 Mil- lionen
konter- revolu-  tionäre Landsleute
02
Dschingis Khan [Temüd-schin]
mongo- lischer
Eroberer (Militär)
Großkhan (Herrscher, Oberbe- fehlshaber)
Überfälle, Rache- feldzüge, Straf-  expeditionen
1190 - 1227
~40 Mil- lionen
Tataren, eurasische Steppen-völker
03
Adolf  Hitler
deutsch-österrei-chischer
Nazi-Po-litiker (NSDAP, "Drittes Reich")
Der Führer (Gröfaz), Diktator
Massenvernich- tung, Holocaust, Hinrichtungen,   KZ-Vergasungen
1941-   45
~13,2 Mil- lionen
Juden, Zi- geuner, Be- hinderte, Schwule, Linke
04
Josef Stalin [I.W.   Dschug-aschwili]
geor- gisch-sowje-tischer
Politiker (UdSSR- Bolsche- wist)
Generalissi- mus, Dikta- tor, KPdSU-Vorsit-zender
Säuberungen, Verschleppun-     gen, Terror, Hinrichtungen
1936-   53
~9,2 Mil- lionen
Gulag-Häftlinge, Kulaken, Regime-gegner
05
Napoléon Bonaparte
korsisch-französi- scher
Staats- mann, Offizier
Konsul, Kai- ser, General
soldatenmas- senvernichtende Feldzüge, Kriege, Schlachten
1793 - 1815
~5 Mil- lionen
Europäer, Ägypter, Palästi-nenser
06
Urban II Eugen III Gregor VIII Clemens III Innozenz III Gregor IX
französi- sche &    italie- nische
katho- lische  Geist-  liche
6 Päpste
6 Kreuzzüge,   Heiliger Krieg [kristlicher Dschihad]
1095- 1229
~3 Mil- lionen
Juden, Muslime, Seldschu- ken
07
Umar Hassan Ahmad Al-Baschir
sudane-sischer
Politiker, Fall- schirm- jäger, Moslem
Staats-oberhaupt, Diktator
Völkermord (Vertreibung, Massenmord  in Darfur & im  Südsudan
2003 - 05
~2,5 Mil- lionen
schwarz-afrikanische Fur, Masalit, Zaghawa
08
Pol Pot
kambod-schani- scher
Khmer-Politiker (Guerilla-Maoist)
Regierungs- chef, Dik- tator
Schreckens-herrschaft,  Massensäu- berungen, Exekutionen
1975-   78
~1,7 Mil- lionen
städtische Landsleute, Opposi- tionelle
09
Lyndon B. Johnson & Richard  Nixon
US-ame- rika-  nische
Politiker (Demo- krat & Repub-likaner)
Präsidenten
Vietnamkrieg: Flächenbom- bardement mit Napalm; Mas-   saker
1965-   73
~1,5 Mil- lionen
Vietkong, Nordviet-namesen, Napalm-  opfer
10
Ṣaddām Ḥusain Abd al-Maǧīd at-Tikrītī
iraki- scher
Politiker (Ba'ath-Partei), Moslem
Präsident, Regierungs- chef, Dik- tator, Feld- marschall
Säuberungen, Hinrichtungen, Giftgaseinsatz, Massen- liquidierungen
1969 - 2001
~1 Mil- lion
Kurden, Schiiten, Perser, Ku- waiti, Oppo- sitionelle
11
Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin
russi- scher
Politiker (Bolsche- wiki)
Regierungs- chef, KP- dSU-Vor-sitzender
Bürgerkrieg, Roter Terror, KZ, Mas- senexekutionen
1917-21
~0,75 Mil- lionen
Kulaken, Konterre-volutionäre, Bourgeoisie
12
Pascha-Triumvirat
 
osma-
nische
Politiker, Offiziere, Moslems
Innenmi- nister, Mar- schälle, Großwesire
Massenvertrei-bungen, Depor-tationen, Mord- aktionen &     Massaker
1915-  18
~0,6 Millionen
Armenier
13
Idi Amin  Dada
kakwa- ugan- discher
Politiker, Moslem
Tyrann, Oberbefehls-haber, Feld- marschall
Bürgerkrieg, mas- senmordende Killerkommandos
1971-  79
~300000
Regime-gegner
14 Harry S. Truman US-ame- rikani- scher Politiker Präsident Atombomben-Abwürfe auf Hiroschima & Nagasaki 1945 ~222000 Japaner
15
Alexander [III] der  Große
makedo-nischer
Eroberer (Feld- herr)
Griechen- könig & Hegemon
Blitzkriege, Ra- chefeldzüge, Hinrichtungen, Kreuzigungen, Gewaltmärsche 
334- 323 v.u.Z.
~150000
persische, ägyptische    & indische Soldaten
16

    Baschar   Hafiz Al- Assad

syrischer Politiker (Baath-Partei), Alawite Staats-präsident

Bürgerkrieg,  Giftgasraketen, Folter

2011-14 ~130000
Opposi-tionelle, Kollate-ralopfer
17
Lothar von Trotha
 
preußi-
scher
Offizier
General-leutnant
Vertreibung, Schießbefehl, Kolonialgenozid
1904-  05
~75000
Herero & Nama
18
Innozenz VIII  & Heinrich 'Institoris' Kramer
italieni- scher & deut- scher
Kardinal    & Domi- nikaner- Mönch
Papst & Inquisitor
Hexenverfol- gung/-verbren-  nungen, Folter Hinrichtungen
1485- 1650
~50000
Frauen, De- nunzierte, Verhaltens- aufällige
19
Georges Danton, Maximilian  de Robes- pierre
 
franzö-sische
Jakobi- ner & Sans- culotten 
 
Wohlfahrts-ausschuss
Terrorherrschaft, Massenhin- richtungen (Guillotine)
 
1793+  94
 
~40000
Gegner ['Kinder'] der französi- schen Re- volution
20
Slobodan Miloševiić
serbi- scher
Politiker (Stali- nist)
 
Staatsprä-
sident
Massaker als    Kriegs- & Säu- berungsstrategie
1991-   95
~9300
Bosniaken & Kroaten
21
Osama bin Laden
saudi- ara- bischer
Partisan (Al- Qaida)
islamisti- scher Rä- delsführer, Terrorist
Attentate, Anschläge,   Kollateral-        schäden
1993 - 2008
~3500
Yankees u.   a. Kolla- teralopfer
22
Jean-Paul Akayesu
ruandi-
scher
Hutu- Politiker
Bürger-meister
Völkermord, Massaker
1994
~2000
Tutsi
Rang
Name der Täter Portrait der Täter Natio-nalität Kate-  gorien Funktionen der Täter
Massenmord-aktionen
Symbol des Grauens Zeit- raum Opfer-  zahlen Opfer
Anmerkungen
Den Opfern wurde auf dem Altar das schlagende Herz aus dem Leib herausgetrennt. Dann warfen die Priester den leblosen Körper die Treppen auf der Vorderfront der Pyramide hinunter, bis er unten aufklatschte. Dort wurde die Haut vom Fleisch getrennt, die sich der nackte Oberpriester überstreifte. Mit diesem Ritual opferten die Maya ihren Göttern Kinder und Gefangene. Man schätzt, dass jährlich 10000 Menschen abgeschlachtet wurden. Nach einer sehr groben Schätzung mussten insgesamt mindestens 10 Millionen Leichen beseitigt werden. Auch bei den Azteken waren derartige Menschenopfer an der Tagesordnung - allerdings über einen wesentlich kürzeren Zeitraum. Nicht nur bei den präkolumbischen Kulturen wurden den blutrünstigen Göttern Menschen geopfert. Derartige Praktiken waren im Altertum in Asien und Europa weit verbreitet; so im alten China und Ägypten, bei den antiken Griechen, bei den Föniziern, Etruskern, Kartagern und Römern, bei den Kelten und Germanen sowie in Mesopotamien, Aber auch in Nordamerika, in Nubien oder auf Hawaii wurden Leichen von Opferritualen gefunden.
Obwohl man 125 Millionen Ureinwohner im gesamten Amerika mit Äxten und Schwertern zerhackt, lebendig verbrannt und von Pferden zertrampelt, im Spiel gejagt und den Hunden verfüttert, er-schossen, geschlagen, erstochen, für Kopfgeld skalpiert, an Fleischerhaken aufgehängt und auf dem Meer über Bord der Schiffe geworfen, als Arbeitssklaven zu Tode geschunden, bei Internie-rungen und erzwungenen Märschen absichtlich verhungern und zu Tode erfrieren lassen und ab-sichtlich mit epidemischen Krankheiten infiziert hat, ist es schwierig, für den europiden Ausrot-tungsterrorismus in der Neuen Welt, den amerikanischen Endlösungsholocaust, den größten Ge-nozid in der Menschheitsgeschichte konkrete Schuldige ausfindig zu machen. Der 90%ige Völ-kermord an den Indianern und Indios im 16. bis 19. Jahrhundert spiegelt sich in der Tabelle daher ebenfalls nicht wieder, zumal es den Indianerkiller nicht gegeben hat. Zu den dringend Tatver-dächtigen der Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen, des Massensterbens, der Kristianisie-rung, der Massaker und Rachefeldzüge, des Landraubs und der 370 Vertragsbrüche, der Zerstö-rung der kulturellen Vielfalt der indigenen Völker sowie der Ausrottung von 60 Millionen Büffeln gehören die US-Administration und einzelne Gouverneure, US-Generäle & Colonels, die spani-sche Krone & spanische Konquistadoren, die portugiesischen, britischen und französischen Er-oberer, Landräuber und Kolonialherren, Kopfgeldjäger und kristliche Missionare mit ihren einge-scheppten Kruzifixen, Schusswaffen, Seuchen und Pandemien.
Schwierig bis unmöglich ist eine seriöse und wissenschaftlich belegte Schätzung der Gesamtzahl der Todesopfer der mittelalterlichen Inquisition der römisch-katholischen Kirche, da die Quellen-lage hierzu nicht ausreicht. Zwar sind viele Verfolgungswellen bekannt, doch darunter sind nur in wenigen Fällen Angaben über Urteile erhalten. Im Rahmen der Hexenverfolgung wurde etwa drei Millionen Menschen der Prozess gemacht. Neben Wissenschaftlern, Gelehrten, Professoren, Teo-logen, Filosofen, Filologen und Juristen waren auch die Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin von der Möglichkeit des Paktes mit dem Teufel überzeugt und befürworteten daher die ge-richtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen einschließlich der anzuwendenden Foltermetho-den und zu verhängenden Todesstrafen. Im 1487 veröffentlichten Hexenhammer von des Domi-nikanermönchs Heinrich Institoris wurde zur brutalen Vernichtung aller Hexen und ihrer Nachkom-men in Deutschland aufgerufen. Die häufig zu lesenden, ins Millionenfache gehenden Opferzahlen halten keiner seriösen Überprüfung stand. Auch für zahlreiche weitere Massenabschlachtungen wie im 30jährigen Krieg oder Ersten Weltkrieg lassen sich keine eindeutigen Schuldigen in Form von Einzelpersonen dingfest machen.
 
29. April 2011  - Moderatorin Böttinger haut Alte in die Pfanne
Seniorendisco: Ich tanze mit dir in den Himmel hinein
Während der WDR-Talkshow <Kölner Treff> Ende April 2011 gelingt der WDR-Moderatorin Bettina Böttinger zum Thema "Brauchen Senioren eine eigene Discothek" der Megajoke des Jahres. Die Zwergschülerin [Harald Schmidt: "Kein Mann würde sie freiwillig anfassen"] konnte sich nicht mehr bremsen, was allerdings auch nicht ganz einfach ist. Denn trotz ihrer blitzartigen Auffassungsgabe, kann sie noch schneller reden als denken. "Da fällt mir doch als erstes ein", platzte es aus der Bundesverdienstkreuzträgerin heraus: "Ich tanze mit dir in den Himmel hinein." Wow - ein Mördergag. Die Gesprächsrunde war fassungslos. BB trifft mal wieder ins Schwarze!
Das Zitat stammt übrigens von einem langsamen Walzer aus dem Film <Sieben Ohrfeigen> mit Lilian Harvey. Von Willy Fritsch wurde die Refrainzeile in einem seiner Schlager aufgegriffen. Als Filmtitel diente sie in einer österreichischen Kinokomödie von 1952. Peter Alexander coverte den Schlager 1968 mit großem Erfolg. Und auch Max Raabe nahm ihn ins Repertoire seines Palast-Orchesters auf. Mittlerweile gibt es die Melodie sogar als Handy-Klingelton. Was aus der Böttinger geworden ist, ist hinlänglich unbekannt.
Aber was genau ist eigentlich das so fulminant Peinliche an der Böttinger? Nein, nicht dass man durch Weglassen des "B" aus ihr den peinlichen [Günther] Oettinger machen kann. Du, lieber Leser, wirst dich vielleicht daran erinnern, dass einer deiner bestgehassten LehrerInnen die Angewohnheit hatte, plötzlich und unvermittelt dich oder einen Mitschüler genau im falschen Moment aufzurufen. Diese bösartige Oberlehrermentalität sitzt ganz tief in der  Böttinger drin. Mitten in einem Gespräch mit Anke Engelke rief BB einmal blitzschlagartig: "Angelo, haben Sie denn auch schon mal so etwas erlebt?" Drehbuchreife Antwort des fast zu Tode Erschrockenen: "Sie können - so wie Sie ja auch zu Anke 'Engelke' sagen, mich korrekterweise mit 'Di Angelo' ansprechen. Oder mit meinen Vornamen. Der ist übrigens Nino." Rumms, das hatte gesessen. Die Böttinger bloßgestellt - von einem Italiener! Peinlich, peinlich, oberpeinlich. Die innere Oberlehrerin hat sich selbst ein Bein gestellt. Die Kölner Treff-Moderatorin bringt ihren Zuschauern kostenlos das Fremdschämen bei. Nach einer solchen hochnotpeinlichen Situation wäre LBH hinterher bestimmt von einer Spreebrücke gesprungen.
Nicht so die BB [gerne auch von der Rheinbrücke]. Vielleicht sollte sie mal überlegen, warum andere Unterhaltungs-Talkshows häufig von zwei Talkmastern moderiert werden. LBH verrät es dir, Bettina: Gesprächspausen haben den Vorteil, dass man zwischendurch auch mal nachdenken und sich auf den neuen Gesprächspartner mental einstellen kann. Dann muss man auch nicht mit verbalen Dummheiten allen beweisen wollen, dass man der Sache gewachsen ist, obwohl man in Wirklichkeit überfordert und übermäßigem Stress ausgesetzt ist, der zu einem Magengeschwür nach dem anderen Karzinom führen kann. Besonders beim Erklimmen einer TV-Karriereleiter sollte man nie das Peter-Prinzip vergessen: Jeder karrieregeile Mitarbeiter wird in einer komplexen Hierarchie (ARD) so lange befördert, bis es die Stufe seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat. Das gilt übrigens auch für Mitarbeiterinnen!
 
Flächenbrand in der arabischen Welt 
10. März 2011
Die Bevölkerung Ägyptens ist sehr arm und leidet unter massiven Preissteigerungen. Hunderttausende, v.a. junge, parteilose Menschen  protestierten 18 Tage lang gegen das autokratische Regime ihres Präsidenten: Husni Mubarak konnte 30 Jahre seine Macht mit Notstandsgesetzen aufrechterhalten und sich dabei auf Polizei und Geheimdienste stützen - dann trat er zurück. Die Armeeführung steht nun an der Spitze des Staates; sie kündigte an, den Weg fairen Wahlen freizumachen. Die islamistische Muslimbruderschaft ist die stärkste Oppositionsbewegung im Land.

In Algerien demonstriert wütende Bürger, vor allem Yuppies, gewaltsam gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Die Wut der Demonstranten richtet sich v.a. gegen die stark gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel.
Im arabischen Königreich Bahrain kommt es seit Wochen immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt. Hunderte von Sunniten und Schiiten sind mit Messern und Stöcken aufeinander losgegangen. Bei den Sunniten handelt es sich um Araber, die erst vor kurzer Zeit die bahrainische Staatsbürgerschaft erhalten hatten. Die Schiiten, die in Bahrain die Bevölkerungsmehrheit stellen, sehen in der Einbürgerungspolitik einen Versuch des sunnitischen Herrscherhauses, die Mehrheitsverhältnisse im Königreich zu ändern. Die Lage ist weiterhin angespannt, seitdem die schiitische Oppositionsbewegung für politische Reformen demonstriert. Sie fordert Mitbestimmung für das gewählte Parlament. Die Polizei hatte anfangs mit scharfer Munition auf die Demonstranten geschossen. Nach internationalen Protesten änderte die Regierung ihren Kurs und versprach einen Dialog mit der Opposition.
Im hashemitischen Königreich Jordanien forderten die Menschen bei ihren Protestmärschen durch Amman "Brot und Freiheit", den Sturz der Regierung sowie den Wandel zu einer konstitutionellen Monarchie.
im Libanon stürzte die radikale Schiitenorganisation Hisbollah die Regierung von Saad al-Hariri und hievte einen ihr gewogenen Premierminister, den sunnitischen Milliardär Najib Mikati, an die Macht. Seitdem taumelt das Land an den Rand eines Bürgerkriegs.
In Tripolis, der Hauptstadt Libyens, ist es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und der Opposition gekommen. Dabei wurde das Gebäude des Volkskongresses von Aufständischen niedergebrannt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sind bislang mindestens 233 Menschen getötet worden. Im Osten des Landes sollen kriminelle Banden das Machtvakuum für Raubzüge ausgenutzt haben. Das Regime um Revolutionsführer Muammar Al-Gadhafi versucht, die Proteste sowohl militärisch als auch durch politische Beschwichtigungen einzudämmen.  Auf Internetseiten der Oppositionellen hieß es, zwei Stämme planten, die Stadt Sebha in Zentrallibyen unter ihre Kontrolle zu bringen.

Im Königreich Marokko brodelt es, weil sich Armut, Arbeitslosigkeit und politische Freiheiten in den letzten Jahren kaum verbessert haben, während die Clique rund um den Königshof im Reichtum schwimmt. Fast die Hälfte der 32 Millionen Marokkaner gelten als Analphabeten, etwa ein Drittel hat weniger als einen Dollar täglich zur Verfügung. In der von Marokko besetzten Westsahara explodierte die Gewalt. Zehntausende lieferten sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei, forderten Arbeit, soziale Hilfen und Wohnungen.
In Syrien, wo seit 1963 die Baath-Partei an der Macht ist, versuchen die Regierungsgegner die Bevölkerung, die unter Korruption, Unfreiheit, Armut und Arbeitslosigkeit leidet, über Netzwerke wie das verbotene Facebook zu mobilisieren.
In Tunesien  kam es überall zu spontanen Demonstrationen, bei denen die Menschen mehr Gerechtigkeit forderten. "Freiheit ist ein Mahnmal der Nation!" war auf vielen Plakaten zu lesen. Das stabile Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre, von dem nur eine kleine korrupte Elite profitiert, wurde durch Repression teuer erkauft.

Viele, v.a. jugendliche Araber fühlen sich ihrer Rechte beraubt angesichts der absolutistischen Staatsgewalt und des Fehlens von Demokratie in den meisten Ländern des Orients. Die aus dieser Unzufriedenheit erwachsenen, nie zuvor dagewesenen Volksbewegungen breiten sich mithilfe der weltweiten Telekommunikationsmittel aus und inspirieren Gleichgesinnte in den Nachbarländern. Eine einheitliche Ideologie steckt nicht hinter den sporadisch ausbrechenden Unruhen. Sie wurden weder vom westlichen Ausland, noch von Feinden des Islam, noch von nationalen Fundamentalisten initialisiert. Vielmehr sind die Widerstandsbewegungen eine Folge der ärmlichen Lebensverhältnisse, der ausgeprägten Reich-Arm-Dichothomie sowie der jahrzehntelangen Repressalien durch die jeweils herrschende Clique.

Zweifelsohne hat die Möglichkeit, sich per Internet über den Herrschaftsapparat und den sozioökonomischen Zustand des Landes besser zu informieren, eine entscheidende Rolle gespielt. Allerdings bleibt der Ausgang des "Rennens" um die Macht völlig offen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Motivation der Revolten in den einzelnen Ländern kann nicht von einer arabischen Revolution gesprochen werden. Verschiedene Gruppierungen versuchen, die Unzufriedenheit in ihrem Sinne zu instrumentalisieren. So kann die politische Entwicklung in den einzelnen Ländern sowohl in Richtung Gottesstaat, als auch in Richtung Demokratisierung gehen. Aus westlicher Sicht kann man nur hoffen, dass das iranische Vorbild - von der Monarchie zur Schreckensherrschaft & Tyrannei der Religionsführer - eine abschreckende Wirkung hat, auch wenn dieses Land nicht zur arabischen Welt gehört (aber durch die Religion und den Antisemitismus eng mit dieser verbunden ist).

Grundsätzlich ist - regionsunabhängig - das Zurückdrängen religiöser Einflüsse auf die Belange des Staates zu begrüßen, da die Theologie nicht in der Lage ist, die Probleme des modernen Staates zu lösen. Dieser Prozess ist ja in den Industriestaaten weitgehend gelungen, wo man der Auffassung ist, dass der Glaube in erster Linie Privatangelegenheit ist. Die von der katholischen Kirche ausgegangene Gewalt durch ein breit gefächertes Unterdrückungsinstrumentarium wie dem missionarischen Sendungsbewusstsein in der Dritten Welt oder der mittelalterlichen Inquisition und Hexenverfolgung ist durchaus vergleichbar mit den teilweise terroristischen Auswüchsen des Islamismus der Jetztzeit. Während jedoch die gewaltsame Lehre des alten Testaments durch die humane Botschaft von Jesus relativiert wurde, ist in der Irrlehre des Islam das patriarchalische Gedankengut vorherrschend. Frauen wird das öffentliche Leben zum großen Teil vorenthalten; sie müssen sich zu Hause oder unter Ganzkörperbekleidung mit Schleiern und Kopftüchern verstecken. Andersgläubige ("Ungläubige") werden in Hunderten von Koranversen als die abscheulichsten Wesen in Allahs Schöpfung dargestellt, entwürdigt, dämonisiert und mit Todesurteilen ("Fatwa")bedroht. Gegen die "Feinde des Islam" wird ein heiliger Krieg ("Dschihad") geführt. Einem ganzen Volk, den israelischen Juden, wird sogar das Existenzrecht abgesprochen. Und jungen, naiven Religionsfanatikern wird für ein Selbstmordattentat das Märtyrertum ("Shahuda") und der Einzug ins Paradies versprochen, wo 72 Jungfrauen und die immerwährende Glückseligkeit auf sie warten.
Damit haben die meisten arabischen Yuppies inj den größeren Städten "Gott sei Dank" wenig zu tun. Ihnen geht es in erster Linie um die rasche Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse. Bei ihnen hat sich mittlerweile herumgesprochen, das der Westen nur noch eine begrenzte Anzahl qualifizierter Facharbeiter benötigt; die Emigration ist daher für viele Unzufriedene keine Lösung (mehr). Siwe wollen den Wandel "hier und jetzt". Das Widerstandspotential hat sich als stärker und größer herausgestellt als wir Beobachter im Okzident dies vermutet hätten. Irgendwo im Hinterkopf steckt doch immer noch die verklärte Karl-May-Idylle des verträumten Orients mit echten, bauchtanzenden Jungfrauen. Echter Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird im Nordafrika-Urlaub ja weitgehend verhindert durch organisierte Besichtigungstouren, ganztägige Strandanimationen oder Sportveranstaltungen und abendliche Hotelfolklore. Doch nun wissen wir mehr. Und eins ist sicher: eine Unterstützung der Oppositionsbewegungen durch die Regierungen der EU ist mit guten politischen Beziehungen zu den arabischen Herrschercliquen nicht mehr vereinbar.
 
GuttenPlag: wie man sich mit fremden Federn schmückt
Baron von Guttenberg und zu Münchhausen
 
8. Dezember 2010
Plagiarism Finder
Die Paderborner Softwareschmiede “Mediaphor Software Entertainment” hat dem Verteidigungsminister ihre Software “Plagiarism Finder” zugesandt. Diese vergleicht eigene Dokumente mit Inhalten im Internet und gibt nach der Prüfung ein Ranking aus, aus dem hervorgeht, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich bei den geprüften Zeilen um Plagiate handelt. Das Päckchen ist allerdings im Papierkorb gelandet, denn Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg hat mal wieder genug Helfer, die ihm die Arbeit abnehmen: mehrere Webseiten sind damit beschäftigt, abgekupferte Passagen in seiner Doktorarbeit "Verfassung und Verfassungsvertrag - konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU" ausfindig zu machen und zu dokumentieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich die Textduplikate durch alle inhaltlichen Teile ziehen. In der gesamten, 475 Seiten umfassenden Arbeit aus dem Jahre 2007 existieren über 87 Stellen auf mindestens 76 Seiten, die aus anderen Publikationen wortwörtlich oder geringfügig geändert abgeschrieben wurden.

Summa cum laude für GuttenPlag
Merkwürdigerweise scheint sich niemand die Frage zu stellen, mit welcher Sorgfalt sein Doktorvater an der Universität Bayreuth, Professor Peter Häberle, den ihm vorgelegten Text des adligen Doktoranten studiert hat, bevor dafür die Auszeichnung "summa cum laude" vorgeschlagen und vergeben wurde. Und warum sieht die Promotionsordnung eigentlich keine Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung vor? Jedenfalls waren dies meine ersten Gedanken. Denn wenn ich damals geahnt hätte, dass mit Dissertationen wohl vor allen die Helfer der Doktorväter oder mangelhafte Computerprogramme beschäftigt sind, hätte ich an einem der beiden konkurrierenden Geographischen Institute der Freiburger Albert-Ludwig-Universität sicher auch einen Versuch wagen können.
Die wunderbaren heimlichen Helfer
Jedenfalls bin ich damit wieder zum Thema meines Essays zurückgekehrt: die wunderbaren heimlichen Helfer. Oder glaubt jemand, der bajuwarische Freiherr habe seine juristische Abhandlung in jahrelanger Tag- und Nachtarbeit ganz alleine geschrieben, wie er behauptet? Das kann sich ein vielbeschäftigter Parteipolitiker gar nicht leisten. Nein, eine so zeitraubende Angelegenheit erledigt man nicht selber, jedenfalls nicht ausschließlich. Schließlich gibt es Spezialisten, die gegen entsprechende Bezahlung Teile einer wissenschaftlichen Arbeit zuliefern. Wenn man es sich finanziell leisten kann, lässt man seine Arbeit von anderen erledigen. Hier ein Auszug aus einer diesbezüglichen Webseite:
Ghostwriter
"Seit 1988 sind wir im deutschsprachigen Raum als wissenschaftliches Text- und Schreibbüro äußerst erfolgreich im Dienste unserer Kunden tätig. Unser Team von über 400 akademischen Ghostwritern aller Fachrichtungen arbeitet auf höchstem wissenschaftlichen Niveau kostengünstig, interdisziplinär, termin-gerecht und vertraulich. Unsere Kapazität gestattet es auch größere Aufträge zügig zu bearbeiten. Wir arbeiten ausschließlich mit hochqualifizierten Akademikern, die mindestens einen Universitätsabschluss mit Prädikatsexamen nachweisen können. Dabei handelt es sich um handelt sich um Hochschulassistenten, wissenschaftliche Mitarbeiter oder auch Professoren.  Für jeden Auftrag setzen wir nur Mitarbeiter mit dem erforderlichen Schwerpunkt ein. Diese spezifische Auswahl sichert die Qualität unserer Leistungen und ist unser komparativer Konkurrenzvorteil gegenüber üblichen Ghostwritern."
Copy, Shake & Paste
Man muss allerdings gar kein teures "Consulting-Büro" in Löhne oder anderswo beauftragen. Wer auf Euro und Cent achten muss, braucht sich nur an der Fakultät, an der er immatrikuliert ist, umzusehen und umzuhören. Bald werden ihm von Kommilitonen und anderen Doktoranden unter der Hand Telefonnummern von "Ghostwritern" zugesteckt, die diesen Nebenjob diskret und am Finanzamt vorbei als Nebenjob betreiben. Derartige Zeitgenossen wissen selbstverständlich ganz genau, dass sie für ihre Fehlleistung niemals belangt werden können. Daher ist die Versuchung groß, sich die Arbeit zu erleichtern und einen Teil des Auftrags einfach aus leicht zugänglichen und zutreffenden Quellen abzuschreiben. Veröffentlichungen zu finden, die das anstehende Thema behandeln, ist im Zeitalter der fortgeschrittenen Suchmaschinen und Webkataloge wahrlich kein Problem mehr.

Der Lügenbaron und das Guttenberg-Syndrom
Der in seiner "Erklärung" bei einer Pressekonferenz mit ausgewählten Medienvertretern angegebene, geleistete Aufwand während einer "siebenjährigen Kleinarbeit" ist lachhaft und macht ihn vollends unglaubwürdig. Die Vermutung liegt nahe, dass der populäre Freiherr nicht nur Zeit, sondern auch Geld sparen wollte. Ein derart vielbeschäftigter Mann hat freilich keine Chance, die ihm von bezahlten Hilfskräften zugelieferten juristischen und politischen Texte auf Mängel im Inhalt oder in der wissenschaftlichen Arbeitsweise zu überprüfen. So hat er also nicht erst als Minister, sondern schon früher schwerwiegende Fehler gemacht:
- Wer als Promi Karriere machen will, muss sich um eine saubere Vita kümmern.
- Wer Arbeit delegiert, muss seine Handlanger kennen.
- Sein Motto hätte lauten müssen: "nicht kleckern, sondern klotzen".
Promi-Bonus oder -Abschuss?
Was bleibt, sind - auch in Guttenbergs "Erklärung", bei der keine Fragen zugelassen waren, (noch) nicht beantwortete Fragen:
- Ist Schludrigkeit bei der Vergabe von Doktortiteln an deutschen Universitäten gang und gäbe?
- Oder ist Guttenberg Opfer seines Promi-Bonus an der juristischen Fakultät der Bayreuther Uni?
- Warum hat ihn niemand - nicht einmal seine aufgeräumte Frau - vor seinem Leichtsinn gewarnt?
- Warum hatte er keinen fachlich kompetenten Helfer, der seine Arbeit kritisch
  redigiert und ihn auf fehlende Angaben der Urheberschaft hingewiesen hätte?
- Geht ihm nicht nur der Doktortitel, auf dessen Führung er zunächst
   freiwillig verzichten will, sondern auch der Ministerrang verloren?
- Ist wissenschaftliche Schludrigkeit strafrechtlich relevant? [Bei der Staatsanwaltschaft
   Bayreuth sind bereits zwei Strafanzeigen wegen Urheberrechtsverletzung gegen
   Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gestellt worden.]

Postscriptum
Im Mai 2011 kommt die Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ zur Erkenntnis, dass Karl-Theodor zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit „vorsätzlich getäuscht“ hat. Er habe sich immer wieder unrechtmäßig die Autorschaft abgeschriebener Texte angemaßt.
 
 
Madonnas Schwarzbär 
06. November 2010 - Veröffentlichung des unzensierten Erotica-Videos
Erotica
 
Mein Name ist Dita, ich bin deine Herrin heute Nacht.
Ich möchte dich in Trance versetzen,
wenn ich dich von hinten nehme,
Mich in deinen Verstand bohre –
wenn du es als allerletztes erwartest.
Du wirst es dir gefallen lassen und es doch ablehnen.
Wäre ich verpflichtet, auf dich
wie auf ein Kind aufzupassen, würdest du ausrasten.
Lass meinen Mund hingehen, wohin er will.
Ich gebe dir Liebe, werde dich lehren wie es richtig geht.
Ich werde dich in Trance versetzten - ganz und gar.
Fass mich erotisch an am ganzen Körper.
Wenn du deine Hand ins Feuer gehalten hast,
kannst du nie mehr dieselbe sein.
Schmerz bereitet immer auch eine gewisse Befriedigung.
Hast du Angst, werde ich von dir ablassen;
ich verletze nur die Menschen, die ich liebe.
Ich glaub allerdings nicht, dass du weißt,
was Angst ist.
Ich glaub nicht, dass du diesen Weg schon gegangen bist.
Ich kann dir soviel Freude bereiten
und ich komme, wann immer du es willst.
Ich weiß, du willst mich; ich werde dich nicht verletzen,
mach' nur die Augen zu.
Fass mich erotisch an am ganzen Körper,
berühr mich überall.
Ich möchte dich in Trance versetzen;
gib schon auf, Romanze.

[Übersetzung: Leon Haardt]

 
 
Der deutsche Täterstaat und seine Kuscheljustiz
 Welche Dilettantinnen sich überflüssigerweise in deutschen Gerichtssälen und anschließend in Talkshows der Öffentlich-rechtlichen Rundfunksender herumtreiben, zeigt das Beispiel Alice Schwarzer. Die unverbesserliche, männerfeindliche Sexistin vertrat bei Anne Will nachhaltig ihre Überzeugung, dass man die/das vergewaltigte Ex-Freundin bzw. Zimmermädchen ja der Lüge bezichtigte, würde man Kachelmann oder Strauss-Kahn nicht bereits vor und während des Strafprozesses für schuldig halten und diese "Tatsache" nicht auch öffentlich zum Ausdruck bringen. Die Unschuldsvermutung mag vielleicht für angeklagte Frauen gelten, für wahrscheinliche Vergewaltiger aber auf gar keinen Fall.
19. September 2010 - der deutsche Täterstaat und seine Kuschel-, Förder- & Wohlfühljustiz
Dieser Schwachsinn in der Welt der erwachsenen Straftäter wird konterkariert durch die Zustände in der Theorie und Praxis des Jugendstrafrechts. Hier hat der massive weibliche Einfluss in den letzten Jahrzehnten gründlich aufgeräumt. Da Kinder und Jugendliche - was auch immer sie verbrochen haben - nicht mehr bestraft, sondern auf den richtigen Weg gebracht werden sollen, herrscht bei kriminellen Jugendlichen in deutschen Großstädten die Überzeugung der "Narrenfreiheit". Ein jugendlicher Totschläger mit südländischem Migrationshintergrund hat beste Chancen, nach fortgesetzten Straftaten auf freiem Fuß zu bleiben, wenn er einen festen Wohnsitz und eine Arbeitsstelle hat bzw. die Schule besucht. So kann ner sich ungehindert sein nächstes Opfer aussuchen. Das ist immer noch besser als ihn in einer Jugendvollzugsanstalt einzusperren, wo seine kriminelle Karriere ja unabänderlich festgezurrt wird. Jeder jugendlicher Gewaltverbrecher wird zwangsläufig irgendwann erwachsen und zur Vernunft kommen. Andernfalls kann er ja als Erwachsener immer noch eine Freiheitsstrafe verbüßen. Einem jugendlichen Serientäter sollte man aber seine gesetzeskonforme Zukunft auf keine Fall verbauen. Dafür muss die Gesellschaft nun einmal "Opfer bringen" - im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch damit nicht genug. Wer die Wiedereingliederung in die Gesellschaft ernst nimmt, muss Straftäter umfassend schützen und fördern. Dazu gehört die Unkenntlichmachung des Gesichts auf Fotos, die Verwendung eines Pseudonyms anstelle der wahren Identität oder die Verschweigung seiner Herkunft. Kommt es aber doch einmal zu einer Haftstrafe, kann diese ja immer noch zur Bewährung ausgesetzt werden. Und verhängt ein unbelehrbarer Richter echten Freiheitsentzug, greift ein umfassendes Resozialisierungsprogramm. Dazu gehören drei kostenlose Mahlzeiten pro Tag, kostenlose Unterkunft, kostenloses Fernsehen und, Hofgang, Sport, Besuchsrecht und eine qualifizierte Ausbildung. Wem das immer noch nicht reicht, der kann Freigang beantragen und - bei "guter Führung" - mit vorzeitiger Entlassung rechnen, wenn zwei Drittel der Haftstrafe verbüßt sind.

Durch die Anwendung des deutschen Jugendnichtstrafrechts sind kriminelle Karrieren vorgezeichnet. Mehr noch: sie werden durch deutsche Richter und Staatsanwältinnen geradezu gefördert. Die Hauptschuld für einen Teil der jugendlichen Gewaltkriminalität tragen allerdings andere. Zum einen die Primärerzieher. Das sind zum Beispiel islamische und alleinerziehende Mütter, denen bereits beim männlichen Kind, weit vor dessen Pubertät, jeglicher Einfluss abhanden kommt. Die islamische Mutter hat männlichen Personen - unabhängig von deren Alter - grundsätzlich nichts zu sagen und die alleinerziehende deutsche Mutter verliert jeden Respekt ihres Sohnes durch wirkungsloses Moralisieren und  durch ein undurchschaubares Sammelsurium an Maßgaben, deren Nichtbefolgung ohne Konsequenzen bleibt. Währen der ideologisch-fundamentalistischen Phase der Französischen Revolution wurde ernsthaft darüber diskutiert, den französischen Müttern ihre Söhne ab dem vierten Lebensjahr (erste Trotzphase) wegzunehmen und sie gemeinsam in Internaten autoritär zu erziehen. Die Sinn-, Konsequenz- und Wirkungslosigkeit der häuslichen und gerichtlichen Erziehung in Deutschland und anderswo bestätigt die Richtig- und Notwendigkeit dieses Rousseauschen Ansinnens.
Zum anderen sind es die Politiker, die in den vergangenen Jahrzehnten in Ausschüssen die perversesten Strafrechtsnovellen vorbereitet haben sowie die Abgeordneten, die als Legislative in jeweils drei Lesungen im Bundestag dieser absurden Strafgesetzgebung zugestimmt haben. Viele dieser Mandatsträger sind dabei - wie in deutschen Parlamenten üblich - sicherlich nicht ihrem Gewissen, sondern der "Parteiräson" gefolgt oder haben sich zum vom "féminisme fatale"   beeinflussen lassen. Die deutsche Kuscheljustiz bildet damit das Gegenteil zur Rachejustiz, wie sie in autoritären und totalitären Ländern, wie zum Beispiel der VR China, dem Iran oder den USA, praktiziert wird. Und was ist besser? Diese Frage ist falsch gestellt! Beide Extreme fördern die Gewalt, im einen Fall aufgrund der Ausweglosigkeit der Betroffenen, im anderen wegen der Duldsamkeit und Schlaffheit von Gesellschaft, Justiz und Vollzug.
Wie im wirklichen Leben, so folgt die Beschäftigung mit den Opfern auch in diesem Essay als allerletztes. In der deutschen Mentalität steckt die unbewusste Vorstellung von der Mitschuld oder gar Schuld des Opfers am eigenen Unglück. "Selber schuld" war zu meiner Schulzeit ein häufig verwendeter Spruch und ich bin mir sicher, dass viele Deutsche auch heute noch so denken, wenn ein Bekannter einen Unfall hatte. Auch wenn dieser Verdacht vielleicht nicht mehr so oft ausgesprochen wird. Stattdessen werden "Weicheier" von südländischen Jugendlichen gerne mit "Du Opfer" diskriminiert. Die kotzbürgerliche Psychologie unterstellt den Opfern mit dem Begriff der "sekundären Viktimisierung" ja eine Mitschuld an ihrer Rolle, weil sie meistens durch Teilnahmslosigkeit, ablehnende Äußerungen oder moralische Vorwürfe den Täter provozierten. "Selber Schuld", wenn man einem gewaltbereiten Kanaken länger als anderthalb Sekunden ununterbrochen in die Augen schaut! Wer einen derartigen Schwachsinn von sich gibt, ist für mich hirnkrank. Solchen Unmenschen sollte man aus dem Weg gehen. Bis sie selbst zum Opofer werden, sind sie so unbelehrbar wie Dummy.
In der Schweiz gibt es das Opferhilfegesetz, das den Schutz von kindlichen Opfern sowie von Opfern von Sexualdelikten bezweckt. Das ist sicherlich besser als garnichts. In Deutschland lässt der Staat Opfer von krimineller Gewalt im Stich. Eine Resozialisierung von Opfern, die durch Gewalttaten Gesundheit und Arbeitsfähigkeit verloren haben, gibt es nicht. Opfer brauchen in Deutschland starke Nerven, sehr viel Zeit und Geld sowie gute Anwälte, um durch Zivilklagen hoffnungslose Schadenersatzansprüche durchzusetzen, denen der mittellose Täter nicht nachkommen kann. Opfer sind die "Loser" in  einer inhumanen Gesellschaft, die das Gegenteil vorgibt. Heuchelei und Verhöhnung prägen Opferhilfe und -schutz in Deutschland.
Opfer der Kachelmanie
"Ich würde jeder Frau abraten, ihren Peiniger anzuzeigen, wenn dieser reich ist und sich mit Geld freikaufenn kann."
Das sagt Claudia D., das 38-jährige, attraktive Kachelmann-Opfer. Ich glaube ihr, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass man aus Rachsucht oder Geltungsbedürfnis eine derartige, monatelange Erniedrigung auf sich nimmt.
"Solange wir in einem Täterstaat leben, ist es besser, als Frau den Mund zu halten. Die Verteidigung durfte ungehindert Rufmord begehen und Verleumdungen über mich in die Welt setzen. Man hat versucht, mich mit gezielten Hetzkampagnen zugrunde zu richten und in den Selbstmord zu treiben."
Vor einem deutschen Gericht wurde im 21. Jahrhundert eine Hexenjagd auf ein Vergewaltigungsopfer veranstaltet. Wenn sie die Wahrheit sagt - und ich habe daran nicht den geringsten Zweifel - dann ist dieser "Täterstaat" Bundesrepublik Deutschland weiter von einem Rechtsstaat entfernt als je zuvor in den vergangenen 63 Jahren. Die deutsche Justiz kann für wehrlose Opfer zum Albtraum werden. Das ist widerlich, abartig, krank, dekadent.
 
Globale Bisektion & Flauerpauerisierung 
Kein Zweifel: die Geschichte der Menschheit ist durchdrungen von unzähligen, unlös­baren Interessengegensätzen. Während die eine Hälfte der Menschen - überwiegend die weibliche - dazu neigt, Konflikte verbal und sozialverträglich zu lösen, ist die an­dere davon überzeugt, dass man es ständig mit Feinden zu tun hat, denen der eige­ne Wille mit Gewalt aufgezwungen werden muss. Denn der Stärkere hat recht. Der Untergang der indigenen Völker scheint die gewalttätige, militante Handlungsal­ter­na­tive zu bestätigen: die friedlichen und damit physisch schwächeren Individuen und Volksgruppen, insbesondere die Minderheiten waren stets die Verlierer, die Loser. Und auch im Rechtsstaat werden vor allem die Täter geschützt: ihnen werden eine schwere Kindheit oder mildernde Umstände attestiert, sie erhalten Bewährung, sie werden therapiert und resozialisiert. Die Opfer kämpfen jahrzehntelang vergebens um Entschädigung, weil der Täter kein Vermögen besitzt und keine Arbeit hat bzw. vom Arzt arbeitsunfähig geschrieben wird.
7. Juli 2010
Während Gewaltmenschen mit diesem gesellschaftlichen Zustand gut leben können, ist er für die Friedliebenden die Hölle. Daraus ergibt sich zwangsläufig die schiere Un­möglichkeit, die auf Herrschaft und Unterdrückung aufgebauten Verhältnisse im Sinne eines Konsenses zu gewaltfreien Konfliktlösungsstrategien umzubauen. Im günstigsten Fall - man spricht von "Demokratie" - dürfen Minderheiten ohnmächtig ver­folgen, wie die Mehrheit - notfalls mit dem "staatlichen Gewaltmonopol" - ihre In­teressen durchsetzt. Doch nun ist mit Barack Hussein Obama II ein neues Zeitalter angebro­chen. Er hat der Menschheit vor Augen geführt, dass es tatsächlich möglich ist, Minderheiten so zu vermehren, dass sie zur Mehrheit werden. Genau das Glei­che trifft auf die Atomenergie zu. Waren die Kernkraftgegner zahrzehntelang aussichts­los in der Minderheit, so hat eine Katastrfe im fernen Japan schlagartig die Mehrheitsver­hältnisse geändert.
In dieser einmaligen historischen Situation gilt es, die richtigen Konsequenzen zu zie­hen. Aus meiner Sicht kann diese Erkenntnis nur in die Parole münden: "Minderheiten aller Länder vereinigt euch!" Wer nun aber glaubt, es käme unweigerlich zu einer Um­kehrung aller Werte, der unterliegt einem verhängnisvollen Irrtum. Denn eine zur Mehrheit mutierte Minderheit wird ihrerseits allmählich immer überheblicher, suppres­si­ver, gewaltbereiter. Diese Zwangsläufigkeit der Günther Netzerschen Maxime "Do-minanz ausüben" ist im menschlichen Genom verankert und unabsteig- bzw. -schaffbar. Genauso unvermeidbar sind die sich perpetuierenden und ständig neu entstehenden persönlichen und sozialen Konflikte. Nur eine seziermesserartige räumliche Trennung unvereinbarer Interessengegensätze und -gruppen kann lang­fristig und dauerhaft den Weltfrieden sichern. Entscheidend bei diesem Spaltungs­prozess ist die globale Majorisierung dieser Trennungsinitiative. Sie kann durch das Schneeball-system realisiert werden. Wenn jeder Sympatisant, der sich diese Ideologie zu eigen gemacht hat, zwei weitere Personen von der Richtig- und Notwen­digkeit der "Bisektion" überzeugt, wird eine Idee, die bisher nur der Autor kannte, eines Tages zum Mehr­heitswillen. Angesichts der globalen Vernetzung wird es möglich sein, dass die-ses revolutionäre Gedankengut bis in die hintersten Winkel Alkaidistans gelangt, zu­mal es in keiner Weise im Widerspruch zu einer der Weltreligionen steht.­
 In der folgenden Tabelle wird aufgezeigt, welche Interessensgegensätze die Mensch-heit in Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft belas­ten. Außerdem wird sich glücklicherweise herausstellen, dass die Menschheitskonflikte nicht multilateral-pluralis-tisch strukturiert sind, sondern sich in zwei gegensätzliche Gruppen aufteilen lassen. Insofern ist also keine Parzellierung der Welt erforderlich; eine Zweiteilung wird die gruppeninternen Probleme nicht hal­bieren, sondern mindestens um 90 Prozent ver-ringern. Damit ist der Weltfrieden dauerhaft gesichert und die Menscheit kann sich endlich mit der Frage ihres eigenen Überlebens nach der Zerstörung der natürlichen Ressourcen und vor dem Eintreffen nicht verhinderbarer Katastrofen - wie dem Aste-roiden-Einschlag und dem Zusammenbruch der Magneto­sfäre, beschäftigen. Zwei sich getrennt entwickelnde Strategien werden die Überlebenschancen mindestens verdoppeln und die Voraussetzungen für die Entstehung einer neuen Menschenart - den Odyssen - schaffen, die gegebenenfalls in ein paar Tausend Jahren die Erde verlassen und einen erdähnlichen Planeten in einem fernen Sonnensystem besiedeln kann. Die Zutückgebliebenen werden fortan als Violente bezeichnet.

I-Gruppe

 

Mili

tanz

 

Flauer

pauer

Menschenart

 

die Viol

lenten

 

die Odys

sen

Lebensweise

 

G (wird gefördert)

V (wird verhindert)

 

G (wird gefördert)

V (wird verhindert)

 Die Bisektion

 

der Welt     Erde

 1.0 |

 

| Erde

 2.0 |

Arbeit

 

48-Stunden-Woche

arbeitsscheues Gesindel

 

individuelle Arbeitsverträge

Gewerkschaften

Drogenkonsum

 

Verbote, Kriminalisierung

Entzug,   Therapien

 

Legalize it!

Pusher

Energie erzeugung

 

Atomenergie

dezentrale Ener- giegewinnung

 

erneuerbare Energie, Kernfusion

fossile Energie

Ernährung

 

Fast Food, Schächten

Diätetik, Makrobiotik

 

ovopeskolakto-vegetarisch

Völler- & Schlemmerei

Existenzsicherung

 

Almosen, Tafeln für Bedürftige

Schmarotzertum

 

Grundeinkommen

Arbeitsämter

Familie

 

Kleinfamilie

Polygamie

 

Kommunen

Monogamie

Mentalität

 

Befehl, Gehorsam

Mitbestimmung, Meinungsfreiheit

 

Einsicht, Selbst- bestimmung

Autorität, Fremd-bestimmung

Militär

 

Rüstung, Kriege

Abrüstung, Rüs- tungskontrolle

 

Frieden,  Pazifismus

kriegsähnliche Zustände

Nahrungsmittelproduktion

 

Massentierhaltung Chemisierung

biodynamischer Landbau

 

Gartenbau, Frei- landtierhaltung

konventionelle Landwirtschaft

Regierungs system

 

Diktatur, Führerkult, Polizeistaat

freie Wahlen

 

Rätesystem

Parteiensystem

Religion

 

Monotheismus

Sekten

 

Poly- & Atheismus

Kirchen, Opferriten

Schule

 

Schulpflicht

Schwänzerei

 

Freie Schulen

Zensuren

Sozialverhalten

 

Sex- & Rassismus, Hierarchien

Bettelei

 

Wohlfahrt, Spon- soren, Spenden

Ruhestörer, Um- weltverschmutzer

Sport

 

Professionalisierung

Doping

 

Gesundheitssport

Sponsoring

Steuern

 

Finanzämter, Steuereintreiber

Steuerflucht, -hinterziehung

 

ein Viertel des Einkommens

Subventionismus

Straftat-Sanktionen

 

Knast

Bewährung, Resozialisierung

 

Verbannung ("Violentierung")

Freiheitsentzug

Vermögen

 

Reichtum

Sozialneid

 

Wohlstand

Armut

Verwaltung

 

Staaten, Länder, Nationalismus

Selbstverwaltung

 

Autonome  Regionen

Staatsgrenzen, Behördenwillkür

Waffen

 

freier Handel

Verbote

 

waffenfreie Zonen

Bewaffnung

Wirtschaft

 

Kapitalismus

Planwirtschaft

 

Selbstverwaltung

Monopole

 Erklärungen: I-Gruppe = zwei sich diametral widersprechende, entgegengesetzte Interessengruppen; die Begriffe "gefördert" [G] und "verhindert" [V] stehen stellvertretend für G: erwünscht, erlaubt bzw. V: verboten, verdammt, vernichtet
Die scheinbare Komplexität des raumgebundenen menschlichen Daseins
Was die räumliche Aufteilung betrifft, so könnte die Karikatur "Globale Bisektion" den Eindruck erwecken, man könne beiden konträren Interessengruppen auf zwei globale Großräume aufteilen. Diese Vorstellung ist jedoch irreal. Da die meisten Menschen zu einer gewissen räumlichen Anhänglichkeit neigen, würde eine derart umfangrei-che Umsiedlung auf den erbitterten Widerstand breiter Bevölkerungsgruppen (also einer echten "Mehrheit") stoßen. Nein, eine realistische Lösung liegt in der zellulären Trennung. In einer ersten Fase werden die Kommunen halbiert, so dass sich die Be-völkerung zunächst nur innerhalb ihres Ortes teilen muss. Aus Heppenleidelheim entstehen zum Beispiel die Ortsteile Milileidelheim und Heppenflauerheim. Die Ge-waltbereiten ziehen dann gegebenenfalls um in den ersteren, die Blumenkinder in den letzteren. In einer zweiten Phase könnten dann Regionen neu entstehen, die sich von vorne herein an eine der beiden Ideologien binden und ihre Verwaltung ent-sprechend organisieren. Ähnlich wie beim Braunkohlentagebau könnten dann die neuen Ortsteile in "ihre" Region umgesiedelt werden.
Und erst in der dritten Fase würden "die Unbelehrbaren", wie sie von den Flower-pauer-Piepel genannt werden, neonationalistische Staaten gründen, während sich die "Hippies", wie sie von der Militanz genannt werden, auf die Socken machen und als Weltraumkolonisatoren die Erde verlassen könnten. Wie die Erde ohne jegliche pazifistische Elemente nach ein paar Jahrzehnten aussieht, lässt sich leicht ausma-len. Die wenigen Reichen leben in militärischen Sperrgebieten, die große Masse der Armen in Ghettos. Die Werktätigen sind nach einer gewissen Zeit dem Arbeitsstress nicht mehr gewachsen und werden krank oder gefeuert. Die Kranken bekommen zwar nach einigen Monaten einen Arzttermin, können aber die sündhaft teuren Medikamente, die ihnen verschrieben werden, gar nicht bezahlen. Dadurch werden etliche Kranke ohne Behandlung wieder gesund, während die übrigen durch "natürliche" Euthanasie das Zeitliche segnen.
Die Arbeitslosen müssen sich mit Hilfe von Ersparnissen, Almosen, Gelegenheits-jobs, Bettelei, Raub und Diebstahl so lange über Wasser halten, bis ihnen eine Anstellung angeboten wird, sie krank werden oder im Knast landen. Knast droht auch Kriegsdienstverweigerern, Pinschern und anderen subversiven Elementen, Steuerhinterziehern, Drogenabhängigen, demokratischen Oppositionellen und Sektierern. Eine weitere Reduzierung der Überbevölkerung erfolgt durch Kriege, atomare Super-GAUe im 10-Jahres-Rhythmus sowie diverse andere Katastrofen. Die Erde verwandelt sich mit der Zeit also in ein einziges, großes Schlachtfeld.
Bezüglich der Weltraumkolonisierung müssen die immensen zeitlichen und räumlichen Dimensionen berücksichtigt werden. Mindestens die 10%ige Lichtgeschwindigkeit muss mit Antimaterie-Triebwerk erreicht werden, um zum Beispiel nach 44 Jahren auf einem bewohnbaren Planeten des benachbarten Sonnensystems Alpha Centauri zu landen. Dieses Glück könnte allerdings auch nur einem winzig kleinen Teil der irdischen Flauerpauer-Halbwelt zuteil werden. Erst in der fortgeschrittenen "Fase 4" könnten mit Hilfe der quantentechnischen Teleportation („Beam me up, Scotty") größere Menschenmassen umgesiedelt werden. In dieser Fase hätten sich allerdings die militanten Halbweltler längst selbst ausgerottet. Dadurch wäre der Fortbestand der Menschheit auf Flauerpauer-Niveau dauerhaft gesichert.
Weitere welträumliche Emigrationsaktionen wären dann überflüssig. Im Gegenteil: der Planet Erde könnte dann sogar Asylanten und Flüchtlingen von anderen Sonnensystemen eine neue Heimat bieten. Eine Diversifizierung intelligenter Lebewesen wäre die Folge. Zu den wenigen überlebenden, in Abkapselung vegetierenden Militanten und der großen Mehrheit der Flauerpauer-Piepel kämen die inzwischen entwickelten Odyssen, die sich entschlossen haben, auf ihren Heimatplaneten ("back to mother earth") zurückzukehren sowie die zunehmende Zahl der unterschiedlichsten Misch-linge, denen Land in den ehemals militanten Zonen, die dann genug Zeit zur naturgemäßen Regeneration hatten, zur Verfügung gestellt werden kann. Als größtes Problem wird sich allerdings die Entdeckung eines tatsächlich besiedelbaren Planeten herausstellen. Sollte ein solcher inzu großer Entfernung von der Erde um seine Sonne kreisen, würden sich die letzten Fasen der Kosmokolonisation um Jahrtausende verschieben. Mit Fase 1 kann allerdings sofort begonnen werden.
 

 Der Klinikpatient: oh Schmerz, lass' nach! 

Seit Beginn des Jahres 2010 leide ich am diabetischen Fußsyndrom, das mit brennenden, ziehenden und stechenden Schmerzen von den Zehen bis zum unteren Teil des Unterschenkels verbunden ist. Allmählich kommt es zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit; zum Beispiel wird das Sich-auf-die-Fußballenstellen zu einem Ding der Unmöglichkeit. Stellen der Über- und der Unempfindlichkeit liegen dicht nebeneinander. Nach kurzer Zeit waren meine Fußsohlen so empfindlich, dass ich nicht mehr barfuß gehen konnte. Beim Stehen und Gehen wechselte ich ständig jeweils ein Paar Haus- und Straßenschuhe mit speziellen Einlagen. Zu allem Überfluss macht sich auf der linken Seite vom Lendenbereich über Gesäß und Hüftgelenk bis zum Oberschenkel ein zusätzlicher, unerträglicher Schmerz bemerkbar. Es stellt sich heraus, dass der Verursacher der Ischiasnerv ist.
15. Juni 2010 
Ich begebe mich im Februar in Behandlung. Drei Ärzte von goMedus (Kurfürstendamm), je ein Arzt für Innere Medizin (Diabetes 2), Neurologie (Polyneuropathie) und Orthopädie (metablsches Fußsyndrom), klären mich auf und verschreiben mir farmazeutische Mittelchen. Zusätzlich kaufe ich mir zahlreiche Salben, Cremes und Gels. Tonnenweise schmiere ich mir Schmerzbalsam auf den Oberschenkel. Da der Ischiasschmerz jedoch nach kurzer Erholung immer wieder aufs Neue zuschlägt, gehe ich zusätzlich zu einem Schmerztherapeuten (in der Kantstraße), der sich gleichzeitig Arzt für Allgemeinmedizin und Akupunkteur schimpft. Er verschreibt mir auf meinen ausdrücklichen Wunsch ein sündhaft teures Matrixpflaster, das 72 Stunden lang eine ganz bestimmte Menge Opioid transdermal auf den menschlichen Körper überträgt. Diese Menge wurde in meinem Fall von 12 μg auf 100 μg [millionstel Gramm] pro Stunde gesteigert, bis ich eine echte Wirkung verspürte. Doch eine wirkliche Problemlösung konnte ich darin selbstverständlich nicht erkennen. Daher war es erforderlich, weitere Behandlungsschritte in die Wege zu leiten.
Bettlägeriger Schmerzpatient vor dem Fernseher
So organisierte ich mir für 17 Tage ein Bett im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe. Vier Wochen lang hatte ich Zeit, meine Koffer zu packen. Schließlich kaufte ich mir einen Trolley. Der war schließlich so schwer, dass ich ein Taxi bestellte und den Fahrer bat, mein Gepäckstück vom dritten Stock herunterzuholen. Ich selbst transportierte zwei Krücken und einen Wanderstock. 18 Kilometer kosteten 28,40 €. Mein Bett stand im Haus 23, auf Station 12, in Zimmer 60. Daneben das Bett von Horst Mielke aus Brandenburg in Brandenburg bzw. an der Havel, nicht verwandt mit Erich Mielke, dem ehemaligen Minister für Staatssicherheit der DDR. Nein, der 10 Jahre älter aussehende 59-jährige Horst war Hausmeister, bis er sich beim Krafttraining die Schultern ruinierte und nach Operationen seine Schmerzen ihn arbeitsunfähig machten.Nun kümmert er sich tagsüber um die von seiner Frau betreuten Kinder, während er nachts als Waldmeister sägt und sägt und sägt ... Eine Schwester erzählte uns, man höre sein Geschnarche im ganzen Flur; ich vermute jedoch, dass er auch noch andere Häuser beschallt hat. Mein Oropax half teilweise, doch viel lieber wollte ich nachts fernsehen. Immer wieder knallte ich ein leeres Wasserglas auf den Nachttisch, damt er aufwachte. Dann täuschte ich eigenes Schnarchen vor, damit er keinen Verdacht schöpfte. Doch meistens schlief er sofort wieder ein und schnarchte weiter. Einmal hat er sogar nachts lautstark unseren gemeinsam gemieteten Fernseher ausgemacht, damit ich nicht von seinem Schnarchen abgelenkt wurde. Nach meinen Beobachtungen schlief und schnarchte er etwa 14 Stunden pro Tag. Wenn er im Bett lag und mal wach war, stopfte er endlos Kekse oder Schokolade in sich rein. Dabei schmatzte oder raschelte er so mit den Tüten, dass einem das Lachen verging. Zusammen mit den drei Mahlzeiten, die er - seiner Ausdauer und Be-harrlichkeit nach zu urteilen - als Arbeit zu betrachten schien, schaffte er es, sich seine gigantische Wampe zu pflegen und zu konservieren. Zwischendurch ließ er die eine oder andere lautlose Stinkbombe los oder er schnatterte mit Berliner Maschinengewehr-Dialekt mal mit mir, mal am Handy, mal mit Schwestern oder anderen Patienten. Seine Telefongespräche führte er stur im Zimmer und zwar so laut, dass mir die Stimme - auch mit Oropax - durch Mark und Bein ging. Ich schien derjenige zu sein, der sein Genuschele - insbesondere, wenn er sein Gebiss im Badezimmer deponiert hatte - am schlechtesten verstand.
StaSi-Horst beim Vortäuschen einer fysiotherapeutischen Übung
Dennoch gelang es mir, nach einer erfolgreichen Bettverlängerung und mit Hilfe di-verser Schmerzmittel gelegentlich zu schlafen. Tagsüber waren allerdings zahlreiche Beschäftigungstherapien zu absolvieren: eine Atemtherapie, bei der man erfuhr, wann man bei einfachen gymnasischen Übungen im Sitzen ein- und ausatmen soll; eine Maltherapie, bei der man ohne Vorgaben Aquarell- und Pastellfarben auf ein Blatt Papier schmieren darf; eine Musiktherapie, bei der man ein Holzstöckchen auf ein zweites schlagen darf, wobei es tatsächlich Patienten gab, die den einfachsten Rhythmus nicht einhalten konnten; eine Heileurhythmie, bei der Sitzfußball gespielt wird, anstatt - wie von Rudolf Steiner vorgesehen - Laute unserer Sprache zu bilden und in Bewegung umzuwandeln; eine Meditationsgruppe, bei der man in Ruhe (gelassen) über Gott und die Welt nachdenken kann; die Progressive Muskelrelaxation in der Großgruppe, bei der man (ebenfalls) in Ruhe ein Nickerchen machen kann. [Da fällt mir gerade folgende Frage ein: Was machen ein Neger und eine Negerin nach dem Mittagessen? Ein Niggerchen.] Akzeptabel dagegen war die Fysiotherapie, die den Fahrrad-Ergometertest, Massage, ein Bewegungsbad, eine Bienenwachs-Wärmetherapie, eine Rückenschule und andere Spezialübungen - zum Bei-spiel mit dem elastischen Latexband - umfasste. Vermisst habe ich einen Yogakurs sowie eine auf meine Erkrankung abgestimmte persönliche Therapie. Auch ein (für uns zuständiger) erfahrener Arzt wäre nicht schlecht gewesen. Dafür haben sich ja die Schwestern hartnäckig um uns gekümmert. Wozu die ständigen Puls- (84 bis 64), Blutdruck- (120-140 zu 80-90) und Blutzuckermessungen (132 bis 80) allerdings gut gewesen sein sollen, bleibt mir ein ewiges Rätsel. Konsequenzen irgend-welcher, z.B. therapeutischer Art hatten sie jedenfalls nicht. Auch das Röntgen meiner Lunge und die Ultraschalluntersuchung meines Bauches blieben ohne Befund.
Patient Leon B. Haardt auf dem Ergometer
Da ich mich unentwegt beim Rosmarinbad, beim Eincremen, bei Gymnastik und Massage sowie beim Krafttraining und bei der Wasserbestrahlung um meine Füße kümmere, gewinne ich ein derart inniges Verehältnis zu ihnen, dass ich mit ihnen rede und ihnen Namen gebe: der rechte heißt Refus, der linke Lifus. Auch nach meinem Krankenhausaufenthalt kümmere ich mich intensiv um sie, so viel habe ich gelernt. Und was ist das Fazit: das GKH ist nicht empfehlenswert. Es wird weder dem (echten) anthroposofischen, noch dem medizinischen Anspruch (des Heilens) gerecht. Bei ersterem handelt es sich offebar um einen - allerdings gelungenen - Werbegag, der dafür sorgt, dass stets sämtliche Betten belegt sind. Dass die Verantworttlichen nur diesen ökonomi-schen Faktor im Auge haben, sieht man auch daran, dass sie die Betten ohne Rücksicht auf die übrigen Patienten belegen. So waren wir z.B. eine Woche lang dem Mischlings-Kleinkind einer Patientin (Mutter) ausgesetzt, das alle paar Stunden auf dem Flur oder im Essensraum minutenlang und länger mt Billigung der Mutter aus voller Kehle geplärrt hat. Unerträglich für kranke Menschen, die permanent gegen ihre Schmerzen zu kämpfen haben! Die Ärzte, Therapeuten und Schwestern dagegen verzetteln sich im Aktionismus. Das wirkliche Bedürfnis der Patienten bleibt dabei auf der Strecke. Wenigstens bei mir hat sich eine Besserung ergeben - warum auch immer. Der linksseitige Ischiasschmerz ist fast verschwunden. Gott sei Dank (falls es einen gibt)! Ich bin davon überzeugt, das er ein Indikator meines linken Fußproblems war. Offensichtlich war seie Funktion im linken Unterschenkel und Fuß gestört, während er nun seine "Aufgabe" wieder wahrnehmen kann. Wahrscheinlich hat - neben meinen Maßnahmen (Fußbad, Warmwasserbestrahlung, Eincremen, Fußgymnastik, autogenes Training, Kundalini-Yoga) - die Fysiotherapie einen erheblichen Anteil daran. Mit einem Schreiben an meinen Arzt werde ich an einem Mittwoch gegen 10 h entlassen. Ich fühle mich fit genug, diesmal den Bus zu nehmen. Ohne Umsteigen gelange ich mit dem X34 zur Joachimtaler ~/Ecke Kantstr. Den Trolley in den dritten Stock hochzuziehen ist nicht ganz einfach; doch ich bin heilfroh, wieder zu Hause zu sein.

Abzocke: gefährliche Lena
[10. Mai 2010 - Meyer-Landruts Veröffentlichung des Studioalbums <My Cassette Player>
Alle haben das alleinerzogene Einzelkind Lena aus Hannover lieb. Doch nicht alle Fans kaufen ihre Scheiben. So mancher schaut erst mal in den Tauschbörsen nach. Da findet er/sie z.B. "German-Top-100 Charts", ein Musikpaket, in dem auch Lenas Hits, wie "Satellite", enthalten sind. Wer sich dieses herunterlädt, macht möglicherweise einen Riesenfehler. Denn mit Frau Meyer-Landruts Erlaubnis und im Auftrag der Plattenfirma Universal verschickt die berüchtigte Hamburger Anwaltskanzlei Rasch Abmahnungen, in denen für den Download 1200 Euro verlangt werden. Besonders gefährlich wird es, wenn der Empfänger des Einschreibens  darauf nicht reagiert. Besser ist es einen Teilbetrag, z.B. 20 Euro, zu überweisen und dann einen schriftlichen Kleinkrieg zu führen. Von einem Brief an Lena oder andere ähnlich reagierende MusikerInnen, in dem man Abbitte leistet und um Gnade winselt, sollte man sich besser nichts versprechen. Die SängerInnen können schließlich nur einen winzig kleinen Teil der Fanpost beantworten.
 
 Der SuperGAU: Atomstrom? Nein, danke! 
Der Zirkumpazifische Feuergürtel ist eine hufeisenförmige Vulkan- und Seebebenzone am Rande des Pazifischen Ozeans. Sein Umfang entspricht etwa dem der Äquatorlänge, also dem Erdumfang. Er verläuft von Chile nordwärts, entlang der südamerikanischen Küste, durch Zentralamerika, Mexi­ko, die Westküste der USA und den Süden Alaskas. Von dort erstreckt er sich über die Inselkette der Aleuten nach Japan, die Philippinen und Indonesien, Papua-Neuguinea und die südwestpazifischen Inseln, bis er schließlich Neuseeland erreicht. Etwa 90 Prozent der Erdbeben weltweit ereignen sich innerhalb dieser Zone und fast 90% der weltweit rund 1500 aktiven Vulkane liegen dort.
19. April 2010 
Die Pazifische Platte bewegt sich im Rahmen der Kontinentalverschiebung in 100 Jahren etwa 8 m westwärts, wobei sie gegen die japanische Ostküste drückt. Da die Pazifikplatte aus vergleichsweise dichtem und abgekühltem Gestein be­steht, knickt sie ab und schiebt sich un­ter die Eurasische Platte. Die Linie die­ses Knicks bildet einerseits eine Tiefsee­rinne, den sogenannten Japangraben, andererseits die japanische Inselgruppe als Gipfelflur eines überwiegend subma­rinen Gebirges. Verantwortlich für die sogenannte Plattentektonik der Erd­krus­te ist das vertikal zirkulierende, plas­tische Gestein der im Erdmantel lie­genden Asthenosphäre.
Bei 38° 19' Nord / 142° 22' Ost hat sich am 11. März 2011 das gewaltigste See­beben in der Geschichte des Erdbeben­landes Japan entladen. Wie die japani­sche Wetterbehörde mitteilte, ereigne­te es sich in einer Tiefe von 10 Kilome­tern, etwa 80 Kilometer vor der Ostküs­te. Es erschütterte den Meeresboden so stark wie der Einschlag eines mehrere hundert Meter dicken Meteoriten. Sogar in der 380 Kilometer vom Epizentrum entfernten Haupt­stadt Tokio schwankten die Häuser; zahlreiche Bewohner rannten in Panik auf die Straße. Vier Milli­onen Hauptstädter waren vorübergehend von Stromausfall betroffen.
Haupt- und Nachbeben lösten gewaltige, bis zu 10 m hohen Tsunamis aus, die mit der Geschwindig­keit von Düsenjets die Nordostküste der Hauptinsel Honshu überrollten. Am schlimmsten betrof­fen sind die drei Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi im Nordosten des Landes, auf einer Küsten-länge von 600 Kilometern. Flüsse traten durch einströmendes Meerwasser über die Ufer, Wohnge­biete wurden überflutet. Tausende von Küstenbewohnern wurden durch Erdrutsche verschüttet oder ins Meer gespült und gelten als vermisst. Tsunami-Warnungen wurden praktisch in allen pazi­fischen Küstenregionen ausgespro­chen, verbunden mit Anordnungen zur Evakuierung.
Die schlimmsten Folgeschäden er­eigneten sich im Kernkraftwerk Fu­kushima-Daiichi, das mit sechs Re­aktorblöcken und bis zu 4,5 Giga­watt elektrischer Nettoleistung ei­nes der leistungsstärksten in Japan war. Es steht unmittelbar am Pazi­fik, in der Präfektur Fukushima, 250 km nordöstlich von Tokio. Die KKW-Anlage wurde ab 1971 in Be­trieb genommen und ist damit das älteste Kernkraftwerk der Tokyo Electric Power Company (TEPCO). Sie bezog ihr Kühlwasser aus dem Meer und erstreckt sich insgesamt auf einer Fläche von etwa 3,5 km². Ab August 2010 waren neben den Uran- auch MOX-Brennelemente mit einer Mischung aus Uran- und Plutoniumoxid im Einsatz. Infolge des Tōhoku-Erdbebens am 11. März und des folgenden Tsuna­mis fiel die elektrische Energiever­sorgung des Kraftwerks aus, so dass die Reaktorkerne und gelager­ten Brennstäbe mangelhaft gekühlt wurden. Dies führte zu einer Unfallserie, bei der die Reaktorblö­cke 1 bis 4 zerstört und erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt wurden. Zunächst wurde ein Gebiet im Umkreis von 20 Kilometern mit über 70000 Anwohnern evakuiert, später noch einige wei­ter entfernte Orte mit besonders hoher radioaktiver Belastung. Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Bö­den, Leitungs- und Meerwasser sowie Fische im weiten Umkreis wurden mit Radioisotopen konta­miniert; teilweise wurden dabei die gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten. Die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA stufte die Unfälle in den Reaktorblöcken 1 bis 3 auf der In­ternationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse zunächst als Stufe 4 („ernster Störfall“), dann als Stufe 5 („ernster Unfall“) und schließlich mit der Höchststufe 7 („katastrophaler Unfall“) ein.
In welchem Umfang Bevölkerung und in der KKW-Anlage eingesetztes Personal von organischen Schä­den der Strahlenkrankheit betroffen sind, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abseh­bar. Ers­te Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie treten wenige Stunden nach Einwir­ken der Strahlung auf den Körper auf. Klingen die Symptome ab, stellt sich nach einigen Tagen Appe­titlosigkeit und Übermüdung ein, die einige Wochen andauern. Menschen mit einer leichten Strah­lenkrankheit erholen sich zwar in der Regel wieder. Doch oft bleibt das Immunsystem ein Le­ben lang geschwächt, die Betroffenen haben häufiger mit Infektionserkrankungen und einem erhöhten Krebs­risiko zu kämpfen. Die langfristige Schwere der Schäden hängt davon ab, welches Gewebe wie stark von der Strahlung betroffen ist. Wie qualvoll eine akute Strahlenkrankheit bei hoher Dosis en­den kann, zeigen die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und der Tschernobyl-Katastrophe. Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreis­laufversagen und andere dramatische Auswirkungen können den Tod bringen.
Die Strahlung aus der Atomruine Fukushima I zwang Zehntausende Betroffene zur Flucht aus der Evakuierungszone. Betreiber Tepco will 8300 Euro (eine Million Yen) Entschädigung pro Haus­halt zah­len. Etwa 50000 Haushalte können in den Genuss dieses Geldes kommen, das gerade einmal für den Kauf von Kleidung, ein paar Möbeln und Essen reichen dürfte. Die japanische Regierung er­wägt eine Sondersteuer zu erheben, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Außerdem hat sie beschlos­sen, die beschädigten Blöcke, eventuell sogar die gesamte KKW-Anlage stillzulegen.
Die deutsche Bundesregierung reagierte auf die Vorgänge im AKW Fukushima mit Panik. Hatte man zunächst im vergangenen Jahr den rot-grünen Ausstiegskonsens mit den AKW-Betreibern zu Fall ge­bracht und eine Verlängerung der Betriebsdauer der deutschen Atommeiler ermöglicht, wurden nun plötzlich sieben Altanlagen vorübergehend stillgelegt. Dieses rechtlich umstrittene "Moratorium" sollte die Überprüfung ihrer Sicherheitsstandards ermöglichen. Hieß es seit Jahrzehnten von seiten der CDU und der FDP, die deutschen Atomanlagen seien sicher, das Restrisiko sei beherrschbar, so sollen durch die Nuklearkatastrofe in Japan völlig neue Gesichtspunkte aufgetaucht sein.
Da fragt man sich doch: Haben die schwarz-gelben Politiker die AKW-Unfälle in den vergangenen vierzig Jahren verschlafen, hatte sie nur Angst vor Niederlagen bei den Landtagswahlen oder war die Kungelei mit den AKW-Betreibern die Ursache für die Nukleophilie? Bereits 1973-75, als euer Autor und Webmaster Leon Haardt als Freiburger Student zusammen mit Kaiserstühler Winzern erfolg­reich gegen den Bau des damals geplanten KKW Wyhl auf dem dortigen Baugelände demonstriert hat, war klar: a) Die Nukleartechnologie ist sündhaft teurer Luxus; b) in unbestimmbaren Zeitabstän­den kann aus dem Restrisiko ein GAU mit unabsehbaren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Fol­gen werden; c) eine Atommüll-Endlagerstätte wird man in Deutschland nicht einrichten können und d) die sinnvollere Alternative heißt erneuerbare Energie. An diesen vier Ablehnungsargumenten hat sich bis heute nichts geändert. a) Die Kosten für die Nuklearforschung, den Anlagenbau, die Herstel­lung von Brennelementen, die Erkundung möglicher Endlagerstätten, die Zwischenlagerung von Atommüll und die zeitlich unbegrenzte Absicherung stillgelegter Meiler müssen wir bis heute mit maßlos erhöhten Strompreisen bezahlen. b) Der Brand eines Reaktorkerns in Windscale (1957), die Kernschmelze von Three Mile Island (1979), der Super-GAU von Tschernobyl (1986) und die Nuklear­katastrofe von Fukushima (2011) bestätigen, dass die Beherrschung des Restrisikos schon immer ei­ne Illu­sion war. c) Bis zum heutigen Tag steht die Lösung der Endlagerstätte in den Sternen. d) Nach einem halben Jahrhundert des Mit-Blindheit-geschlagen-Seins ist nun endlich bei den christlichen und liberalen deutschen Politikern die Einsicht eingekehrt. Halleluja!
Doch ein auf abstrakter Ebene verabschiedetes Gesetz zum beschleunigten Ausstieg aus der Nukle­artechnologie löst auf der konkreten Ebene keine Fragen: e) Wie lange sollen welche Meiler in Be­trieb bleiben? f) Wie soll die Umwandlung einer oligopolistischen in eine dezentrale Energieerzeu­gung, also die Abschaffung eines ganzen Industriezweiges, vonstatten gehen? g) Wie soll die Reali­sie­rung der regenerativen Energieerzeugung sichergestellt werden, wenn Bio-, Sonnen-, Wind- und Wasserenergie "Ländersache" werden? Letztendlich müssen ja die kommunalen Flächennutzungs­pläne angepasst werden. Und die deutsche Bauordnung erschwert nicht nur das An­bringen von Sa­tellitenschüsseln, sondern legt - der deutschen Mentalität entsprechend - auch dem Bau von Wind­rädern und neuen Trassen für Hochspannungsleitungen Steine in den Weg. Ist denn den teilweise über 20% der Wähler, die sich neuerdings für die Grünen entscheiden, nicht klar, dass erneuerbare Energie nicht vom Himmel fällt, dass sie um ein Vielfaches flächenextensiver ist als Atomstrom?
Sind sich die Grünen-Wähler denn nicht darüber im Klaren, dass sie eine verbraucherfeindliche Ver­teuerungspartei wählen? Unglaublich mit welchem Tempo die politische Diskussion das Thema Strompreiserhöhung entdeckt hat. ich schlage als Alternative einen neuen Grundgesetzartikel vor: "Die Gesetzesinitiativen der Legislativen von Bund und Ländern müssen kostenneutral sein und dür­fen keinen inflationären Tendenzen Vorschub leisten." oder besser noch: "Die Bundesländer wer­den abgeschafft und durch eine Verwaltung der Regionen ersetzt." Damit könnte ein unglaubliches Spar­potential angezapft werden.
h) Und last but not least: Wie zielfüh­rend ist ein deutscher Allein­gang, wenn zum Beispiel Frankreich uner­schütterlich auf Atomstrom setzt? Seit über einem halben Jahrhundert kann mit dem weltweit existierenden waffenfähigen Nuklearpotential die gesamte Erde in die Luft gejagt und die gesamte Menschheit ausgerottet werden. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Denn es wer­den nicht nur weltweit weiter Atom­meiler in Betrieb genommen, auch der Nonproliferati­onsvertrag, der die Nicht-Weiterverbreitung von Atom­waf­fen erreichen wollte, wurde von den vier neuen Atommächten Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea ad absurdum geführt. Und wann der islamistische Gottesstaat Iran dazu stößt, ist nur eine Frage weniger Jahre.
 
 
 
Sandzauber 
 
11. Februar 2010
Kseniya Simonovas Auftritt in München
 
Die 26jährige Ukrainerin Kseniya Simonova verzaubert ihre Zuschauer mit genialen Sandanimationen. Während ihre Finger über eine beleuchtete Glasfläche mit einem Sandbett streichen, entstehen immer neue Wundermotive - vorzugsweise dramatische Variationen einer ukrainischen Familie zur Zeit der Nazi-Invasion bis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die auf der Krim aufgewachsene Künstlerin verwendet gemahlenen Lava-Sand, weil dieser sehr feinkörnig ist.
Höchstwahrscheinlich gehen die Darstellungen zurück auf erlebte Erzählungen ihrer Großmutter. Kaum ist ein auf eine große Leinwand projiziertes Sandbild entstanden, wandeln es die Zauberfinger der Außerirdischen in ein neues um. Diese Fingerfertigkeit ist verblüffend. Die Motive werden auf ihrer Tournee, die sie jetzt auch nach Deutschland geführt hat, zwar moderner, an ihrer außergewöhnlichen Begabung wird sich allerdings nichts ändern, solange sie nicht mit Amy Winehouse in Kontakt kommt. Im Postpalast der bayerischen Landeshauptstadt kreierte sie im goldenen Gewand etwa sieben Motive, insbesondere mit Kindergesichtern.
 

 

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