Die allseits beliebte Homepage Leon Haardts Lonely Hearts Club bietet einen multimedialen Marktplatz für alles Überflüssige, Sinnlose, Irr- und Surreale, grenzt sich aber kategorisch ab von wirren Irren, entrückten Verrückten und gefloppten Bekloppten.
Bilderbuch IV

Satirebilderbuch 2013/14
 
20. Juni 2014
Jogipathie u.a. Probleme bei der Fußball-WM
Jedigarjan habe den Marco Reus am Sprunggelenk getroffen, steht als Bgründung für desen Sprunggelenkverletzung in den Medien. Doch das ist eine der üblichen Unwahrheiten, die im Profifußball verbreitet werden. In Wirklichkeit hatte der Dortmunder im Vorbereitungsspiel gegen Armenien in der 44. Minute durch Leichtsinn den Ball verloren. Um mit einem solchen Spielfehler nicht in der Kabine sitzen zu müssen,ist er amokartig dem ballführenden Gegenspieler hinterhergerast. Dessen Verletzung in Kauf nehmend, ist Reus von hinten in den Laufweg von Jedigarjan hineingesprungen und dabei mit dem rechten Fuß umgeknickt.  "Selbstverursachtes Leiden" nennt man ein derartiges Fehlerwiedergutmachungsverhalten. Manche Trainer wie Jürgen Klopp verlangen von ihren Spielern derartige riskante Akktionen, obwohl es wesentlich sinnvoller wäre, Mitspieler einen Fehler ausbügeln zu lassen.
Richtig, ich bin kein Fan von Klopp und Reus. Letzterer ist zwar talentiert. Doch sein Spiel ist noch mit zu vielen Fehlern behaftet und beim Abschluss fehlt ihm der Torinstinkt. Die wesentlich bessere Alternative ist der beim FC Chelsea unter Vertrag stehende André Schürrle, der sowohl am 15. Oktober 2013 beim WM-Quali-Spiel in Schweden (innerhalb von 19 Minuten) als auch  am 1. März in der Premier League (innerhalb von 17 Minuten) lupenreine Hattricks erzielt hat. Aber solche Fähigkeiten sind für Bundestrainer Löw nicht entscheidend. Deshalb hat er auch drei Torleute, mit dem alternden Klose aber nur einen einzigen Stürmer nominiert, nachdem Vollblutstürmer und Vollstrecker Mario Gomez bereits während der EM 2012 wegen zu geringer Streckenkilometer medial hingerichtet wurde. Richtig, ich bin auch kein Fan des Bundes-Jogi. Bei den vergangenen EM- und WM-Turnieren hat er alles andere als geglänzt; beim letzten blamablen Ausscheiden gegen Italien unterliefen ihm gleich reihenweise Fehler. Löws Katastrophenbilanz: nur zwei Siege aus neun Spielen gegen die Titelfavoriten.
Löw lässt vorzugsweise mit einer falschen Neun beginnen, also mit einem Spieler, der - wie Thomas Müller - quasi als Angreifer aufgeboten wird, sich aber immer wieder [zurück]fallen lässt, um Überzahl, Raum und eine Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff zu schaffen. Wenn das Siegtor einfach nicht fällt, wird normalerweise im Verlauf der zweiten Halbzeit ein echter Mittelstürmer gegen einen offensiven Mittelfeldspieler eingewechselt. Da Löw dummerweise keinen solchen Torjäger (wie Gomez, Cacau oder Kießling) dabei hat, kommt automatisch Torrekordjäger Klose (15 Tore in 20 Spielen; zum Vergleich Gerd Müller: 14 in 13) zum Einsatz.
LBHs favorisiertes Spielsystem wird auch als 4-1-2-1-2 System, Spiel mit der Raute oder (international) Diamond Midfield bezeichnet. Es besteht in der Abwehr aus je zwei Innen- und Außenverteidigern, die eine versetzt stehende Viererkette bilden. Sie verschiebt sich seitlich mit dem Ball. Bei gegnerischem Angriff organisieren die Innenverteidiger die Abseitsfalle, bei eigenem verwandeln sich die Außenverteidiger zu Außenstürmern. Von den davor rautenförmig aufgestellten Mittelfeldspielern ist die zentrale <10> als Spielmacher besonders wichtig. Dieser bekommt Rückendeckung von der "staubsaugenden" bzw. "abräumenden" <6>, die aber auch für den weiten Pass auf die Flügel zuständig ist. Um das Konterrisiko zu minimieren, gehen die Offensivspieler bei Ballverlust unverzüglich ins Forechecking und die Mittelfeldspieler ins Pressing über. An diesem Störmanöver sind also auch die beiden Stürmer beteiligt, die ihre Hauptaufgabe als <falsche 9> und als Knipser bzw. Abstauber wahrnehmen sollen.

Ein Trainer, der endlich einmal einen EM- oder WM-Titel einfahren will, braucht eine stabilere Defensive, die nicht ständig und sicherheitshalber den mitspielenden Torwart benötigt. Insbesondere Mertesacker, der aus Hilflosigkeit jeden zweiten Ball zum Torwart zurückspielt, ist völlig fehl am Platze. Auch das Zurückprallen-lassen des Mittelfeldspielern zugespielten Balles, ist eine ballverlustrisiko- und zeitverlustreiche Untugend. Ebenso ist die Anzahl der Fehlpässe und Fehlschüsse deutlich zu hoch. Denn sie bedeuten stets auch Ballverlust. Auch das sture Festhalten an Klose und der Verzicht auf einen Goalgetter wie Gomez sind taktisch falsche Entscheidungen. Miroslav Klose (69 Tore in 132 Spielen) war schon immer ein erfolgreicher Torjäger, wenn gegen schwächere Mannschaften gespielt wurde, aber ein Versager gegen gleichstarke. Mario Gomez dagegen ist - ähnlich wie Gerd Müller (von 1966-74 68 Tore in 62 Spielen) - immer für ein Tor gut. Auch Jupp Heynckes hätte - anders als  Löw - den Florenzer Stürmer nicht schon frühzeitig für die WM aussortiert. Vielleicht darf ja wenigstens der erfahrenere und zuverlässigere Weidenfeller das Tor hüten. Der tollpatschige Neuer wird die brasilianische Schwüle nicht vertragen.

Nein, um den WM-Titel 2014 werden andere Nationalmannschaften kämpfen. Halbfinaltauglich sind Brasilien, Argentinien, Frankreich oder Holland und ein weiteres lateinamerikanisches oder europäisches Überraschungsteam. Ein Mix aus hoher Ballbesitzquote, Tempopassspiel, Hochgeschwindigkeit und Forechecking bildet deren Zauberformel. Der deutschen 23 traue ich das Viertelfinale zu; für eine Runde mehr wäre eine einwandfreie Aufstellung erforderlich. Dazu müsste Löw seinen inneren Schweinehund überwinden. Die Statistik sagt ja, Deutschland wird Weltmeister: 1954 - 1974 - 1990 - 2014. Dass das deutsche Team nicht 1994 Weltmeister wurde, sondern vier Jahre später, liegt ausschließlich am Lichtgestaltfaktor. Kaiser Franz Beckenbauer war damals seiner Zeit um vier Jahre voraus. Joachim "Sturkopf" Löw wird diese Statistik wohl Lügen strafen. Sie könnte jedoch mit dem WM-Titel in vier Jahren noch halbwegs gerettet werden. Jupp Heynckes wäre mit 73 dann zu alt, Ottmar Hitzfeld mit 69 Jahren ebenso. Für mich vorstellbar wäre der Schweizer Lucien Favre, der - in alleiniger Verantwortung - mit Borussia Mönchengladbach bisher die Plätze 4, 8 und 6 in der Bundesliga belegte. 2018 in Russland wäre er 60.
 
11. Mai 2014
Jack White, Jack White & Conchita Wurst
Sensationelle Fotos sind im Internet aufgetaucht. Sie belegen, was bisher völlig unbekannt war: Jack White
Sen. und Jack White Jun. waren dereinst liiert. Wer hätte das gedacht? Niemand!

Wer ist eigentlich Jack White? Der ältere heißt bürgerlich Horst Nußbaum und ist 1940 in Köln geboren. Nach Beendigung seiner Karriere als Profifußballer (1966), machte er sich als Sänger (15 erfolglose eigene Platten) und Musikproduzent (White Records - Roberto Blanco: Heute so, morgen so) einen (neuen) Namen. Von 1993 bis 2012 war er mit der Gaggenauer Textdichterin Janine (geboren im Januar 1970) verheiratet. Der jüngere ist 1975 als John Anthony Gillis in Detroit, im US-Bundesstaat Michigan, geboren. Der Songwriter, Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger und Musikproduzent (Third Man Records) arbeitete Anfang der 1990er Jahre als Polsterer. 1992/93 spielte er als Gitarrist in der Band <Two Part Resin>. Später folgten Gruppen wie <2 Star Tabernacle>, <The Go>, <White Stripes>, <Upholsterers> und <Raconteurs>.
Vor der Eheschließung mit Janine hielt sich Jack Nußbaum ("Horst" können die Yankees nicht aussprechen) einige Monate in Detroit auf. Zum einen hatte er dort einen amerikanischen Onkel, zum anderen war er auf der Suche nach einer jungen, ehrgeizigen Begleitband für Aufnahmen von Engelbert und David Hasselhoff. Man stellte ihm Two Part Resin vor, die er nach kurzem Vorspiel engagierte. Der Hauptgrund sei gewesen, dass er sich in den Transvestiten John A. Gillis verknallt hatte. Aus dieser nur wenige Wochen dauernden Liaison stammen die Fotos des ehemaligen Bandmitglieds Dominic Suchyta. Insider sprechen von einem verspäteten Racheakt aus Frust, weil John ihn damals nicht als Bassgitarrist in seine Bands mitgenommen hat. Übrigens: Jack Juniors Halbschwester ist beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen mit der Ballade <<Rise like a Phoenix> für die Alpenrepublik Österreich angetreten. Ihren Vollbart hat Conchita Wurst nur aufgeklebt. Obwohl: Jack White hält seine Halbschwester für seinen Halbbruder; er nennt die 25-jährige Tommy. Euerm LBH ist das Wurst. 

Was ihm nicht Wurst ist: Conchita "the Worst" hat soeben (11. Mai, 00.21 h) den ESC 2014 gewonnen, und die drei deutschen Frauen von Elaiza wurden mit Platz 18 bösartig gedemütigt. Unbegreiflich! Scheiß ESC, scheiß Europa. Und v.a. Scheißreporter [Peter Urban]: "Der 18. Platz ist ein Riesenerfolg." Dieser Dilettant hat nicht ein einziges Mal die Anzahl der noch verbleibenden Voting-Länder angesagt und tief geschlafen, als die Entscheidung gefallen ist. Was für ein Penner. Auch Moderatorin Barbara Schöneberger (mit aufgeklebtem schwarzem Vollbart) und Helene Fischer (Punkteüberbringerin) äußerten sich auf der After-Show-Party völlig unkritisch und naiv gegenüber dem deutschen Abschneiden und dem Modus der ESC-Punktevergabe per Nachbarschaftshilfe. Die Schönfärber- & -rederei wurde nur übertroffen von TaZ-Dummschwatz Jan Feddersen: "Ich glaube es bedeutet (der Wurst) 'ne ganz große Menge."
Warum aber haben unsere (mit Schweden & Italien) elf Nachbarn Deutschland im Regen stehen lassen? Darüber sollten sich die in Europa so arrogant und besserwisserisch auftretenden deutschen Politiker einmal ernsthaft Gedanken machen. Den deutschen Event-Bonus haben diese Herrschaften mit ihren elenden Euro-Rettungsaktionen jedenfalls verspielt. Der einzige Trost: das französische Electro-Trio Twin Twin wurde trotz langer Würste (siehe Foto oben) mit zwei Punkten für <Moustache> Schlusslicht. Nicht gerade eine (t)win(t)win-Situation. Quelle blamage! Kleiner Hinweis: Mit dem Namen <Triple Triple> und dem Titel <Barbe noire> hätten die drei Strumpfträger sicher mehr erreicht.
Wenige Tage nach dem Kopenhagener ESC-Event hat sich im Internet eine regelrechte Wurst-Fabrik etabliert. In der Abbildung oben sind drei Promi-Beispiele zu bestaunen. Unten das wunderschöne Transgender-Plakat des diesjährigen Life Balls (HIV-Benefizveranstaltung) direkt aus dem Wiener Garten der Lüste. Vor dem Transgender (engl. > jenseits der zugewiesenen sozialen Geschlechtsmerkmale) stehen Lilien auf der Wiese und liegt ein Jüngling mit Wasserschädel. Das 2014er Motto war: "Für die menschliche Würde und den gegenseitigen Respekt gibt es keine Grenzen." Zur männlichen Würde gehört die Erektion. Mit Pornografie hat das steife Glied nicht das geringste zu tun. Pornografisch ist für LBH die Erniedrigung, Herabwürdigung und Verächtlichmachung der Sexualität, insbesondere der weiblichen. Derartiger Dreck findet auf der Homepage LHLHC nicht statt.
 
20. April 2014
Irrlehren aktueller TV-Wissenschaftssendungen
Darwins Fehleinschätzung und die konträre Magnetomutationslehre von Leon B. Haardt
Die Lehre Darwins ist im wesentlichen die heute nach wie vor gültige Theorie der Entstehung und Entwicklung der Arten. Demnach sind die Tier- und Pflanzenarten durch natürliche Auslese und Anpassung an die Umweltbedingungen in den vorgegebenen bzw. sich verändernden Lebensräumen entstanden. Tatsäch hat es diese Anpassungsprozessse immer gegeben. Die Baikalrobbe ist ein hervorragendes Beispiel für die Anpassung einer Art (der Robbe) an veränderte Umweltbedingungen. Während des Pleistozäns (Eiszeitalters) sind arktische Ringelrobben ins Binnenland eingewandert. Damit ist die >Baikalrobbe eine Unterart der Robbe, nicht aber - wie viele Biologen immer wieder behaupten - eine eigene, z.B. mit Asteroiden auf die Erde gelangte Art. Etwa drei Prozent der Entwicklung der Arten ist auf diese evolutionären Prozesse zurückzuführen. Dabei haben sich aber in keinem einzigen Fall völlig neue Arten, sondern lediglich Variationen bereits vorhandener entwickelt.
Völlig neue Arten sind auf der Erde immer nur dann entstanden, wenn ein Massensterben die Lebewelt fast völlig zerstört hatte.
Im Verlauf der Erdgeschichte kam es zu etwa zehn großen Massenaussterbeereignissen. An der Perm-Trias-Grenze oder PT-Grenze, oder beim Perm-Trias-Ereignis oder Artensterben vor 251,4 mio Jahren, also am Übergang vom Perm zum Trias,
sind z.B. innerhalb einer Zeitspanne von 200000 Jahren 95% aller meeresbewohnenden sowie 66% aller landbewohnenden Arten (Reptilien, Amphibien) ausgestorben. Es war das größte bekannte Massenaussterben der Erdgeschichte.
Verantwortlich für die massenhaften globalen Artensterbefälle werden v.a. Einschläge von Meteoriten, Eiszeiten, Supervulkanausbrüche und Meeresspiegelschwankungen sowie das Zusammenwirken zweier oder mehrerer Naturkatastrofen gemacht. Um nach derartigen Ereignissen Mutationsschübe in Gang zu setzen, halte ich den Zusammenbruch des irdischen Magnetfeldes für unabdingbar. Es sei denn, eine plötzlich oder periodisch auftretende kosmische Intensivbestrahlung (Gammastrahlenblitz; durch galaktischen Wind ungeschützte Kulminationsposition bei der vertikalen Pendelbewegung unseres Sonnensystems in ihrem Milchstraßen-Orionarm) zerstört einen Teil der Magnetosfäre. Nur dann kann der Sonnenwind intensiv die Erbstruktur verändern. In diesen revolutionären Zeiten passen sich die Millionen neu entstehender Arten dann auch nicht an ihre Umwelt an, sondern die Umwelt lässt die weitere Entwicklung der Artenvarianten zu, die "umweltverträglich" sind.
Gebetsmühlenartige Publikumsverdummung: das Theia- und andere Astro-Märchen
Astroirrlehre Nr. 1: Nein, der Fötus Erde war kein "Weltraumfels" oder "Felsplanet", wie die Astrofysiker immer wieder behaupten. Vielmehr war sie ein Gravitationszentrum in einer diskusartigen Solarschmelze - entstanden aus herausgeschleudertem Hypernovamaterial einer sich selbst zerstörenden Gigasonne (wie sagen Ich+Ich in Vom selben Stern: "Wir alle sind aus Sternenstaub"). In der Urerde haben sich v.a. die folgenden chemischen Elemente nach ihrem spezifischem Gewicht vom Zentrum zur Periferie sedimentativ angeordnet:: Eisen - Nickel - Silizium - Magnesium - Aluminium. Der Erdmantel war in der Babyfase noch durchgängig plastisch. Die extrem hohen Temperaturen im Urzeit-Sonnensystem werden im TV (v.a. bei n-tv, N24, Phoenix und ZDFinfo) regelmäßig unterschlagen.
Astroirrlehre Nr. 2: Dass diese Urerde aber vor 4,5 mrd Jahren vom marsgroßen "Protoplaneten" Theia getroffen worden sei, so dass genau so viel Materie in die Umlaufbahn geschleudert worden sei,  dass sich zwei Monde bilden konnten, die sich zu einem vereinigt hätten, ist und bleibt ein Ammenmärchen. Auch wenn es dem Fernsehzuschauer gebetsmühlenartig in jeder der zahllosen Erdentstehungswiederholungssendungen als Astrowahrheit aufgetischt wird. Was spricht gegen diese fehlentwickelte Astronomenhypothese: 1. Eine derartige,  exotische Theorie ist völlig überflüssig, da sich Erde und Mond gleichzeitig aus der Ursuppe gebildet haben. 2. Dieser Astro-Irrsinn impliziert, dass die Erde gößtenteils zerborsten, während Theia (wie eine Gewehrkugel bei einem Streifschuss) erhalten geblieben sei. Was ist denn dann aus Theia geworden? Keine Antwort. Warum war das Material der Erde so viel weicher als das von Theia? Keine Antwort. 3. Woher hat eine einst derart zerbombte Erde ihren so perfekten Schalenbau? Warum findet man nicht die geringsten Deformationen der Theia-Katastrofe? Keine Antwort².
Astroirrlehre Nr. 3:  Kometen und Eisasteroiden hätten in Hunderten von Millionen Jahren die Erde mit den 1332 mio km³ Wasser versorgt, die heute die Weltmeere bilden. Jeder Weltraumbrocken hätte demzufolge etwa 4444 m³ Wasser auf der Erdoberfläche absetzen müssen. Ein paar Millionen Einschläge zu viel und die Erde wäre ein Wasser-, ein paar Millionen zu wenig und sie wäre ein Wüstenplanet geworden. Zum Glück ist die Eisasteroiden-Theorie so überflüssig wie ein Kropf. Vulkanische Dauereruptionen sonderten nämlich eine Reihe von Gasen ab. Ein Großteil davon war Wasserdampf, der sich durch Kondensation in Regentropfen wandelte. Der daraus resultierende Regenschauer ließ schließlich die Ozeane entstehen. Anmerkung der Redaktion: Dass Wassermengen, die etwa dem heutigen Süßwasservolumen (11 mio km³) entsprechen, aus dem erwähnten Großen Bombardement stammen, wird von LBH nicht bezweifelt.
Plattentektonischer Minimalismus: Für LBH schwer zu ertragen ist die Endloswiederholung der Kontinentalverschiebung, die sich im TV immer noch auf dem Stand seines Entdeckers Alfred Wegener (1880-1930) befindet. Auch endlose Wiederholungen ändern nichts daran, dass die Wanderung der Großplatten keinesfalls im "Urkontinent" Pangäa (vor 300 bis 150 mio Jahren) ihren Ursprung hatte. Die dafür verantwortliche Konvektionsströmung in der Asthenosfäre (im oberen Teil des Erdmantels) entstand bereits mit der Urkrustenbildung vor 4,4 mrd Jahren. Seit dieser Zeit driften die 12plus/minusX Lithosfärenplatten auseinander, um sich in einer anderen Region wieder zu vereinigen et zetera pp. Dabei verschwindet ein so großer Teil der Kruste (Subduktion) wie er an anderer Stelle neu gebildet wird (Meeresbodenspreizung). Die Kontinentaldrift hat sich (aufgrund der Abkühlung des Erdmantels) im Laufe der Erdgeschichte zwar verlangsamt; dennoch kann man davon ausgehen dass ein durchschnittlicher Zyklus etwa eine halbe Milliarde Jahre gedauert hat. Daraus ergeben sich etwa neuneinhalb Zyklen in der Vergangenheit. Bei jedem Wanderzyklus wird die kontinentale Kruste praktisch vollständig ausgetauscht. Wenn die Menschheit noch ein paar Millionen Jahre existieren sollte, wird sie davon nichrt viel merken. Im Laufe eines Menschenlebens betragen die Verschiebungen (wo auch immer) nur wenige Meter, in einer Million Jahren können es immerhin 30 km sein.
 
1. April 2014
 Scherzen, Wetten, Glatzen, Lanzen 
Pep contra Sam: Einigkeit im Bayern-Glatzenstreit endlich wieder hergestellt
                                                lug+trug Mainz, 1. April 2014
Wie gestern durch gewöhnlich gut unterrichtete Greise bekannt wurde, hat Wetten-dass-Modera-Tor Markus Lanz vorige Woche der Intendanz des ZDF ei- nen Brief geschrieben, in dem er um Entlassung aus seinen derzeitigen vertraglich vereinbarten Pflichten bat. Dem Wilmersdorfer Tageblatt wurden Auszüge aus dem Inhalt zugespielt. Sie werfen die Frage auf: Ist Lanz ein Heros oder eine Memme?   

                                              dpa München (1. April)

Die Termine stehen fest - am 27. Juni   findet eine vereinsinterne Ehrung statt:   Lothar  Matthäus,  der  neu  gewählte   Präsident des FC Bayern München, wird   Matthias Sammer und Josep Guardiola   die nagelneue Uli-Hoeneß-Gedächtnis-  medallje überreichen.

Grund für die möglicherweise einmaligen   Feierlichkeiten in Anwesenheit von Licht-   gestalt Franz Beckenbauer und Rehabilitant   Michael Schumacher: "Rötlich", der Vorstand   für Lizenzspielerangelegenheiten, und "Pe-   pich",  der Cheftrainer, haben sich als bisher   erfolgreichstes Glatzenduo um den Verein   verdient gemacht.

Auch auf einen zweiten Termin hat man sich   nun verbindlich geeinigt: in der kommenden   Winterpause, am 6. Januar 2015, findet in   der Rummenniger Protzhalle iin Lippstadt   der heiß ersehnte Glatzenwettbewerb statt.   Den Besuchern und TV-Zuschauern von Tele   5 werden zunächst die Kandidaten vorge-   stellt. Anschließend sollen die Fernsehzu-   schauer anhand der reinen Glatzendar-   stellungen ihren Favoriten auswählen. Die   Gewinner erhalten die geschälte Goldene,   Silberne und Bronzene Ananas. Teilnehmen   werden u.a. Bruce Willis, Christoph Maria   Herbst, André Agassi, Christian Berkel und   Arjen Robben. Letzterer allerdings nur unter   Vorbehalt, da er sich einer neuartigen, ho-   möopathischen Haarkur unterziehe, die ein   Wachstum von einem Zentimeter pro ein-   hundert Jahren garantiere.            mehr S. 36

Aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes habe ihm sein Psycho-therapeut ein zeitnahes Antarktis-Antiburnout-Bootcamp verordnet, heißt es in dem Schreiben. Selbstverständlich wolle er noch bis zur Sommerpause seinen Verpflichtungen nachkommen. Dann aber habe seine zuletzt allzu sehr ver- nachlässigte psychosomatische Verfassung absoluten Vorrang. Lanz-Kenner sehen den Hauptgrund seiner Kapitulation in der Kritik an seiner unterirdischen Wetten-dass-Moderation und den mickrigen Einschaltquoten. Eine nächste Wo- che vom Stern veröffentlichte Blitzumfrage werde zeigen, dass während der Wetten-dass-Übertragungen viele Zuschauer zwar das ZDF einschalten, aber seit geraumer Zeit den Ton abstellen und im Familienkreis wieder Mensch-är- gere-dich-nicht spielen. Nur 5 Befragte hätten stock und steif behauptet, tat- sächlich und aktiv Lanz zu hören und zu sehen.

Ein Insider erklärte dem Wilmersdorfer Tageblatt, was in Lanzens Kopf so vor sich gehe. Zunächst wolle er die Krim zur Ukraine zurück holen. Er wolle die auf der Krim-Halbinsel lebenden Frauen davon überzeugen, dass er der bessere Samenspender sei, so dass es eines Tages dort keine Russen mehr geben werde. Anschließend werde er Tibet befreien. Dazu habe er sich einen Duft fabrikmäßig herstellen lassen, den die Han-Chinesen auf Teufel-komm- raus nicht ertragen könnn, so dass sie alle das besetzte Tibet verlassen würden. Schließlich werde er die restlichen Eisbären in einen antarktischen, nachhaltig gesicherten Weltpark umsiedeln. Ein weiteres Drittel des sechsten Kontinents werde er vom Gletschereis befreien, um auch für Menschen neuen Lebensraum zu schaffen. Das sei wesentlich preiswerter als neue Siedlungen auf anderen Planeten unseres Sonnensystems oder deren Monden zu gründen.

 

  22. März 2014  
 Misslungene Weltmächte Russland & EU 
Russischer Imperialismus: die territoriale Expansion
Seit dem 14. Jhdt. wurde von den Moskauer Großfürsten den russischen Teilfürstentümern ihre völkerrechtliche Handlungsfähigkeit entzogen. Mächtigste Teilstaaten wurden eingegliedert. z.T. über die Wolga hinweg weit nach Nordwesten. Bis 1474 wurden im erbitterten Kampf die drei konkurrierenden russischen Fürstentümer Nowgorod, Twer und Rjasan gewaltsam annektiert. Jahrzehntelange Auseinandersetzungen mit Litauen führten zu territorialen Zugewinnen im Westen, insbes. der weißrussischen Provinzen. Nach mehreren Feldzügen gelang Mitte des 16. Jahrhunderts die Eroberung des Tatarenkhanats Kasan. Die neue Expansionspolitik zielte auf die Einverleibung des gesamten Wolgabeckens. Als 1556 Astrachan, das Zentrum der Nogaischen Horde, fiel, hatte das russische Zarentum den größten Teil des fruchtbaren Schwarzerdegürtels gewonnen. Ende des 16. Jhdts. gelang mit der Eroberung des westsibirischen Tatarenkhantats die Eingliederung ganz Westsibiriens. Seit dem Erwerb des Khanats Sibir 1581 standen - ohne nennenswerten Widerstand - auch die großen Weiten Ostsibiriens bis an die Grenze Chinas der russischen Besiedlung offen. 1648 wurde Kamtschatka, der östliche Landzipfel Sibiriens, erreicht. Nach bewaffneten Auseinandersetzungen mit Polen, Schweden und Litauen konnte sich Russland 1667 Smolensk, Kiew und die Ostukraine sichern. Im Nordwesten konnte das Zarentum im Kampf um die Ostseeherrschaft ab der zweiten Hälfte des 17. Jhdts. Territorialgewinne erzielen. Bis 1700 expandierte das neue Zarenreich - als Reaktion auf Versuche der Nachbarn, sich auf Kosten Russlands zu bereichern - bis an den Pazifik im Osten. Nachdem Russland im Nordischen Krieg das bis dato schwedische Livland und Estland erobert hatte, löste es als neuer Ostseeanrainer 1721 Schweden als vorherrschende Ostseegroßmacht ab. Unter russische Kontrolle geriet auch Kasachstan, nachdem sich 1740 die dortigen Khane unter den Schutz des Zaren stellten. Nach einer Reihe von Kriegen gegen das Osmanische Reich kamen weite Teile Südrusslands und der Südukraine ("Neurussland") zum Russischen Reich. Katharina II. beschloss zusammen mit Preußen und Österreich die polnischen Teilungen, bei denen sich Russland große Gebiete sicherte. Lange Zeit konnte das Krim-Khanat der wachsenden Macht Russlands standhalten. Erst Katharina II. tat im 18. Jhdt. den letzten Schritt, indem sie es zunächst besetzte und dann eingliederte. Ab 1808 ließ Russland ein Heer in Skandinavien einrücken, das die Gebiete bis zur schwedischen Küste besetzte. Schweden musste ganz Finnland und die Ålandinseln an Russland abtreten. Gleichzeitig drangen im 8. Russisch-Türkischen Krieg russische Truppen mit dem Ergebnis in die Donau-Fürstentümer ein, dass der Pruth zur Grenze zwischen den beiden Reichen bestimmt wurde. Darüber hinaus wurden Gebiete im südlichen Kaukasus vom Osmanischen Reich übernommen. Moldau, die Walachei und Serbien wurden autonom und gerieten unter russischen Einfluss. Ein Krieg mit Persien wurde durch Abtretung eines Landstreifens am Westufer des Kaspischen Meers beendet. Im Kaukasus begann 1856 die dritte und letzte Phase der russischen Expansion mit dem Ergebnis der Russifizierung der 53 Völkerschaften. Bei einem weiteren Feldzug schlossen die Russen die ganze Kasachensteppe in einem Ring von russischen Forts ein. 1867 wurden die neu gewonnenen Gebiete in die Oblast Turkestan umgewandelt und einem Militärgouverneur unterstellt. Danach folgte ein neuer Feldzug gegen das Emirat von Buchara, bei dem die Russen Samarkand einnahmen. 1881–85 wurde das transkaspische Gebiet im Zug eines Feldzugs annektiert. Im Ersten Weltkrieg gelang es der Roten Armee, Weißrussland, die Ukraine und Georgien zu erobern. 1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gliederte sich die russisch-dominierte Sowjetunion Nordostpreußen ein. Daneben gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan. 2014 stahl Alleinherrscher Putin dem Nachbarland Ukraine im Handstreich die Krim-Halbinsel, die 60 Jahre zuvor an die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik angegliedert worden war.
Feige, zerstrittene Zwickmühlen-EU
Kein Zweifel: ohne den übermächtigen Einfluss der USA und der Sowjetunion während des Kalten Kriegs hätte die Europäische [Wirtschafts]Gemeinschaft das Zeug gehabt, sich neben den beiden genannten Weltmächten und der VR China zur vierten politisch-militärisch-wirtschaftlichen Weltmacht zu entwickeln. Doch dieser Zug ist in Richtung WWU (Wirtschafts- & Währungs-Union) abgefahren. Die EU hat keinen klaren völkerrechtlichen Status (Gemeinschaft, Staatenbund, Union, Bundesstaat), ist in sich  zerstritten (bankrotte Südstaaten, Eigenbrödelei der meisten Mitgliedstaaten, GB als Bremsklotz bzw. Klotz am Bein, Sonderrege-lungen für immer neue Mitglieder), spricht politisch mit mehreren Stimmen und lässt sich mittlerweile von den USA am Gängelband führen. Militärisch hat es die EU tragischerweise versäumt, die sog. Sicherheits- & Verteidigungspolitik in eine konkurrenzfähige Armee umzusetzen und eine dritte bzw. vierte Militärmacht (ohne NATO-Integration) auf die Beine zu stellen. Durch dieses verhängnisvolle Versäumnis hat man der US-Administation, insbesondere dem Pentagon, über die NATO die Möglichkeit geboten, Europa militärisch zu dominieren und fremdzubestimmen (Militäreinsätze im Nahen und Mittleren Osten; immerwährender Krieg gegen den internationalen Terrorismus).
Wirtschaftlich und kulturell werden seit Jahrzehnten alle US-amerikanischen Erfindungen früher oder später von den Europäern, bes. den Deutschen, mit Begeisterung, ggf. aber auch mit Nachdruck übernommen. Den Tiefpunkt der Yankisierung Europas wird das geheimverhandelte transatlantisches Freihandelsabkommen bilden. Ein exklusiver Kreis von Fachbeamten und Konzernberatern wird dafür sorgen, dass europäische Erzeuger- und Verbraucherstandards heimlich, still und leise beerdigt und furch US-Wischiwaschi-Normen ersetzt werden. Hierzu gehören die Absenkung der Grenzwerte für toxische Belastungen, die Einschränkung des Rechts auf Privatsphäre, die Aufweichung des Arbeitsschutzes, die Reduzierung der Klimapolitik auf den Nullpunkt und die Etablierung nicht legitimierter Schiedsgerichte. Die Anpassung des Demokratieverständnisses an das US-amerikanische ist durch die Übergehung der Europäischen Kommission (Parlament) schon vollzogen. Doch bereits die Enthüllung der totalitären digitalen Ausspähung der europäischen Internet-User, Firmen und Politiker durch die NSA hätte gereicht, um das US-Government zum Staatsfeind Nr. 1 zu erklären. Stattdessen üben sich die europäischen Entscheidungsträger in ihrer reflexhaften Rolle als devote US-Marionetten.
Neorussifizierung
Und nun die verhängnisvolle Krim-Affäre. Wie soll die EU auf den Putinschen Raub der ukrainischen Krim reagieren? Niemand außer den irregeleiteten Linken schlägt sich ebenso (s.o.) reflexhaft auf die Seite der Russen. Groß ist die Angst vor Rückschlägen im Bereich der Geschäftemacherei mit russischen Firmen. Hätte man nicht von Anfang an die Augen verschlossen vor dem lupenreinen Putinschen Demototalitarismus, wäre die Erkenntnis gereift, dass sich Russland nach wie vor im Stadium des (Neo-)Imperialismus befindet. Denn was Alleingänger Putin betreibt, ist eine Neosowjetisierung mit anderen Mitteln - kürzer ausgesprochen: Russifizierung statt Sowjetisierung. Die Sowjetrepubliken konnten (1991) aus der UdSSR ausscheiden - aus dem russischen Imperium aber kommt niemand mehr heraus. Dieses Faktum hat das russische Militär im Kaukasus der Welt mit Nachdruck vor Augen geführt. Eine andere Option als der russischen Führung den Wirtschaftskrieg zu erklären und die Wirtschaftsbeziehungen allmählich auf Null zurückzuführen sehe ich nicht. Es war von Anfang an ein Fehler, sich von russischen Rohstoffen abhänggig zu machen. Doch die eingeleitete deutsche Energiewende könnte diesen Fehler korrigieren. Verzichten wir auf sibirisches Erdgas! Übrigens: das Schweigen der Machthaber der VR China hat seinen Grund: wenn die Krim-Einverleibung gegen westliche Scheinwiderstände klappt, könnte man ja ähnliches mit Taiwan exerzieren!

Und wie geht's weiter? Die EU wird früher oder später wegen der Wirtschaftsinteressen gegenüber dem Putimperialismus ebenso einknicken wie gegenüber dem THIP/TTIP/TAFTA (Merkel [2013]: "„Nichts wünschen wir uns mehr als ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten"). Die Folgen: der europäische Markt wird überschwemmt mit gentechnisch veränderten und chemisch verseuchten Lebensmitteln (Stichwort "Chlorhühner"). Das US-amerikanische Ideal des dümmlichen Fettsacks als ahnungslosem Staatsbürger wird sich wie eine infektiöse Schmeißfliege in den europäischen Nachwuchs einnisten. Gleichzeitig wird die russische Krake den Osten Europas einfangen, an- und abknabbern: die Ostukraine, Moldawien, Weißrussland, Abchasien, Südossetien, die Westukraine, das Baltikum, die Slowakei und was sonst noch zu kriegen ist. Wenn Putin allerdings kein Nachahme-Hitler (Heim-ins-Reich-Strategie), sondern ein ganzer Kerl wäre, würde er auch in der russisch dominierten Kaukasus-Region (v.a. in Karatschai, Tscherkessien, Kabardino-Balkarien, Ossetien, Alanien, Inguschetien, Dagestan und Tschetschenien) Volksentscheide durchführen lassen. Doch der russische Tyrann weiß genau, dass derartige Referenden zu einer bösen Klatsche für ihn führen würden. So könnte irgendwann ein bewaffneter Konflikt zwischen NATO und RF ausbrechen. Davor hat die russländische Führung aber keine Angst. Denn es wird Zeit für einen neuen Vaterländischen Krieg. Anders lässt sich dieser separatistische Vielvölkerstaat nicht zusammenhalten. Und was wird aus Deutschland? Yankisierung, Russifizierung oder Abschaffung? Leon B. Haardt, euer Webmaster, muss nachdenken ...

 
12. September 2013
Grufties, Zombies, Un- & andere Scheintote                Irgendwann ist es soweit. Abschiednehmen vom irdischen Dasein. Wenn die Zeit dafür bleibt. Für jeden. Und je älter man wird, desto mehr Zeit hat man dafür. Theoretisch. Denn ein plötzlicher "unerwarteter" Tod ist immer drin, nimmt aber mit zunehmendem Alter ab. So mancher scheint einfach nicht sterben zu wollen. Beispiel: Jopie Heesters. In den Medien stand vor ein paar Monaten: "Der Schauspieler wäre 110 Jahre alt geworden." Was wollen uns t-online und Co. mit dieser Warnung sagen? Geht es um die Medienhetze gegen die überalterte Gesellschaft? Steckt die Aufforderung an die Alten dahinter, nicht jedes mögliche Lebensjahr auch zu nutzen und stattdessen freiwillig den Freitod zu wählen? Am besten gleich mit Renteneintritt? Für die Gebärfähigen wird ja alles nur erdenklich Mögliche getan: Schwangerschaftsurlaub, Kindergeld, Betreuungsgeld ("Herdprämie"), Erziehungsurlaub, Arbeitsplatzgarantie etcetera p.p.
Aber darum geht es hier nicht. Es geht vielmehr um die Frage, ob hohes Alter überhaupt wünschenswert ist. Ob es nicht besser wäre, den Freitod ab 65 Jahren und bei schweren Krankheiten wesentlich zu erleichtern. Wie früher bei der Kriegsdienstverweigerung oder heutzutage beim Schwangerschaftsabbruch könnte ein Gremium oder eine Beratungsstelle nach einem ausführlichen Gespräch entscheiden, ob eine Tötung durch den Antragsteller selbst oder einen Dritten genehmigt wird. Der Lebensmüde könnte sich dann z.B. vom Arzt seines Vertrauens einen letalen Medikamentencocktail verabreichen und von einem Institut bestatten lassen. Für dieses Verfahren spricht u.a. die Tatsache, dass viele Patienten nur noch mit Lebenserhaltungsmaschinen oder hohen Schmerzmitteldosen am Leben gehalten werden können. Das ist in solchen Fällen kein menschenwürdiges Leben mehr. Nein, dabei braucht man noch nicht einmal an Fälle wie Michael Schmacher zu denken, der vielleicht den Rest seines Lebens im künstlichen Koma verbringt.
Es genügt schon, wenn man sich ein paar Bilder von Oldies und Pseudozombies betrachtet. Bei den Fotos auf dieser Webseite kann jeder Besucher selbst den Gruftifaktor bestimmen. 1% bedeutet Baby, 25% = ewig Jugendlicher, 50% = mittelalterlicher Typ, 75% alte/r Säck/Säckin (Oldie), 90% = Grufti, 95% = Scheintoter, 99% = Untoter (Zombie). Selbstverständlich sind auch alle Zwischenwertungen zulässig. Eines wird dabei klar: das tatsächliche Lebensalter und das Erscheinungsbild der Fresse sind zwei Paar Stiefel. Dieser Sachverhalt gilt insbesondere beim sensationellen Antiaging-Foto der 82-jährigen Marianne Koch. Allerdings muss bei Frauen berücksichtigt werden, dass mit Retuschen und Schönheits-OPs enorme optische Täuschungen zu erreichen sind. Andererseits zeigen die Beispiele der 87-jährigen spanischen Herzogin von Alba, der 63-jährigen Schauspielerin Sydne Rome und der 73-jährigen US-Society-Lady Jocelyn Wildenstein, wie Frau ihre Visage immer weiter in Richtung Schreckschraube umwandeln lassen kann.
Aber der Schnipselwahn hat längst auch in der Männerwelt Einzug gehalten. Das unrühmlichste Beispiel ist zweifellos der bedauernswerte 61-jährige Kinowrestler Mickey "Angel Heart" Rourke. Als Gegenbeispiele können der 75-jährige Schauspieler Götz George und der 69-jährige Sänger Jürgen Drews herhalten. Beide sehen "für ihr Alter" fantastisch aus. Was lernen wir daraus? Für die Frau gilt: Schönheit kommt von innen, geht aber mit der Zeit verloren. Und: Schönheit ist etwas Äußerliches, geht aber mit der Zeit ebenfalls verloren, falls sie zuvor nicht durch den Gesichtschirurgen ins Gegenteil verkehrt wird. Für den Mann gilt: Schönheit ist beileibe nicht alles. Viel wichtiger sind Ausstrahlung und Attraktivität - was immer das sein mag. Während Frauen von selbst oder per Gesicht-OP hässlich werden, braucht der Mann Support anderer Art: genetisch bedingte Glatzenbildung sowie fress- und saufbedingter Bierbauch reichen oft schon.
 
17. April 2013
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
Die Staaten mit ihren Grenzen wie wir sie kennen sind meistens die Folge von jahrhundertelangen Eroberungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. Insbesondere in Amerika und Afrika sind Grenzen von den Kolonialmächten auch willkürlich festgelegt worden. Nicht die Völker dieser Erde haben also von ihrem Selbst bestimmungsrecht (SBR) Gebrauch gemacht und sich zu Staaten erklärt oder zu diesen freiwillig zusammen geschlossen, vielmehr wurden diese bei der Staatenbildung gar nicht gefragt. Ihr in der UN-Charta (Artikel 1 der UN-Menschenrechtspakte) garantiertes SBR wurde ignoriert und mit Füßen getreten. Im Laufe der Zeit haben sich die meisten Völker mit der Herrschaft, der sie unterworfen wurden, abgefunden und arrangiert. Häufig konnten sie auch selbst Einfluss auf die politische Willensbildung in "ihrem" Staat gewinnen und ihre Lebensbedingungen zufriedenstellend gestalten. Vielerorts wurden aber auch alteingesessene Bevölkerungsgruppen vertrieben und außer Landes gejagt, um deren Lebensraum mit Siedlern der staatsnamengebenden Bevölkerung zu besetzen und neue "völkische" Fakten zu schaffen.
Als Grundlage der Außenpolitik der meisten Regierungen der Erde dient allerdings nicht das umstrittene SBR sondern die im potenziellen Widerspruch dazu stehende, ebenfalls völkerrechtlich garantierte <territoriale Integrität aller Staaten>. Dieses Spannungsfeld zwischen zwei konkurrierenden Prinzipien hat dafür gesorgt, dass es bis heute keine völkerrechtliche Norm gibt, die ein Sezessionsrecht ausdrücklich bejahen oder verbieten würde. Das bedeutet: Sezessionsbestrebungen können theoretisch zwar nicht a priori für illegal erklärt, praktisch aber von der jeweiligen Zentralregierung militärisch bekämpft werden. Während nur wenige "Befreiungsbewegungen" durch die Medien am köcheln gehalten und verfolgt werden, existieren weltweit eine Vielzahl von separatistischen Bestrebungen, die im Untergrund aktiv sein müssen und von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Allerdings gibt es eine Interessenvertretung von Staaten, Nationen und Völkern, die bei den Vereinten Nationen nicht als souveräne Staaten anerkannt sind: die <Unrepresented Nations and Peoples Organization> (UNPO - Organisation der nichtrepräsentierten Nationen und Völker). Zu den Mitgliedern gehören annektierte Staaten sowie Minderheiten und Ureinwohnergruppen von allen Teilen der Erde. Die UNPO leistet u. a. Öffentlichkeitsarbeit, organisiert Projekte, vermittelt Verhandlungen und bekämpft Armut.
Dieses Bilderbuchthema will einen Überblick geben über die Bewegungen und Bestrebungen von Völkern, die vorhandenen Staatsgrenzen in Frage stellen und diese verändern sowie von ihrem SBR Gebrauch machen wollen. LBH bewertet schließlich deren Existenzberechtigung und Realisierungschancen. Vielen Völkern ist es im vergangenen Jahrhundert gelungen, ihre Eigenstaatlichkeit herzustellen. Hierzu gehören insbesondere die 14 Republiken der ehemaligen Sowjetunion: Estland, Lettland, Litauen, Belarus (Weißrussland), Ukraine, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turmenistan, Usbekistan, Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien. An zweiter Stelle stehen die aus dem Zerfall Jugoslawiens hervorgegangenen fünf Balkanstaaten: Serbien, Kroatien, Slowenien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina. Auch die Teilung der ÇSSR in Tschechien und Slowakien hängt mit dem Ende des Bolschewismus in Europa zusammen. Wenig getan hat sich außerhalb Europas. Allen erfolgreichen Souveränitätsbestrebungen an dieser Stelle HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH. Die folgenden Daten beziehen sich auf das Jahr 2013.
Landesname
Abchasien [Аҧсны /Aṗsny]
Adscharien [აჭარა]
Baskenland [Euskal Herria]
Grönland [Kalaallit Nunaat]
Großirland [ Éire ]
Flagge
Volk/Völker
Abchasier
Apsua (Adscharier)
Basken
Inuit
Iren
[Ex]Zentralstaat[en]
Georgien
Georgien
Spanien, Frankreich
Dänemark, USA
Großbritannien
Großraum
Eurasien
Westasien
Südwesteuropa
Nordatlantik
Westeuropa
Bevölkerungszahl
0,25 mio
0,35 mio
0,72-2,25 mio
0,06 mio
6,4 mio
Fläche
6800 km²
3000 km²
10201 km²
2166086 km²
84000 km²
Schrift/Alfabet
Kyrillisch
Mchedrulib / Georgisch
Lateinisch
Lateinisch
Lateinisch [Ogam]
Sprache(n)
Abchasisch
Georgisch, Adscharisch
Baskisch / Euskara
Inuktitut / Grönländisch
Irisch, Englisch
 
 
Territorium
Separat-/Nationalisten
fremde Milizen
Kommunisten
ETA
Nationalbewegung
IRA, Sinn Fein
Befreiungskampf
1992-2008
1990-2004
Anschläge seit 1959
seit 1975
seit 1967
Legitimität
Sprachidentität
Fehlanzeige
nichtindogermanische Herkunft
Land der Kalaallit
historische Einheit
Motivation
      Diskriminierung &         Fremdbestimmung  
türkische & russische Fremdherrschaft
spanische Verbotspolitik
Remissionierung
Nationalismus
Unterstützer
Russland
Russland
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Zwischenbilanz
Trennung realisiert
Autokratie  > Autonomie
 Autonomiestatus
erweiterte Autonomie
Selbstverwaltung
Anerkennung
durch 5 Staaten
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Erfolgsaussichten
ökonomisch impotent
Ende der Sezession
in der Sackgasse
keine Bestrebungen
politische Deeskalation
LBH-Erfolgsquote
11%
5%
7%
17%
13%
Ergebnis          
 
Landesname
Katalonien [Catalunya]
Kaukasunion
Kosovo [Kosovë] / Dardania
Kurdistan [Kurdistanê]
Palästina [Filasṭin/الفلسطينية]
Flagge
Volk/Völker
Katalanen
7 Kaukasier (s.u.)
Kosovaren
Kurden
Palästinenser
[Ex]Zentralstaat
Spanien
Russland, Georgien
Serbien
Türkei, Iran, Irak, Syrien
Israel
Großraum
Südwesteuropa
Eurasien
Balkan [SO-Europa]
Vorderasien
Vorderasien
Bevölkerungszahl
7,52-12,0 mio
3,81 mio
1,8 mio
20,0 mio
4,33 mio
Fläche
32107-70000 km²
57894 km²
10887 km²
440000-530000 km²
2700-6242 km²
Schrift/Alfabet
Lateinisch
Kyrillisch
Lateinisch / Kyrillisch
Lateinisch, Arabisch
Arabisch
Sprache(n)
Katalanisch / Aranesisch
7 kaukasische (s.u.)
Albanisch
Kurdisch
Arabisch
Territorium
Separat-/Nationalisten
katalonische Parteien
Splittergruppen
UÇK
PKK
PLO
Befreiungskampf
Gemeindereferenden
seit 1992 (gescheitert)
Kosovokrieg 1998/99
bewaffeter Kampf seit 1974
Intifada seit 1987
Legitimität
Exunabhängigkeit
von Russland erobert
Diskriminierung
700jährige Historie
UN-Teilungsplan 1947
Motivation
Wirtschaftskraft
Freiheitsdrang
Balkanisierung
Zusammengehörigkeitsgefühl
islamistischer Fanatismus
Unterstützer
Fehlanzeige
Fehlanzeige
EU, USA, NATO
Fehlanzeige
arabische Staaten
Zwischenbilanz
Autonomie
autonome Republiken
Republik
autonome Region Irak
Autonomie
Anerkennung
Fehlanzeige
Fehlanzeige
durch 97 Staaten
Fehlanzeige
durch 131 Staaten
Erfolgsaussichten
Zentralstaat veerweigert Akzeptanz
nur als Utopie
Waffenstillstand
nur als Utopie
ewiges Kaos
LBH-Erfolgsquote
0%
1%
89%
3%
75%
Ergebnis
Verzicht auf Volksabstimmung
       
Völker der kaukasischen Union: Balkaren, Inguschen, Kabardiner, Karatschaier, Osseten, Tscherkessen, Tschetschenen - Sprachen: Balkarisch, Inguschisch, Kabardinisch, Karatschaisch, Ossetisch, Tscherkessisch, Tschetschenisch                                                         
Landesname
Québec
   Schottland [Alba / Caledonia]    
Südsudan
Taiwan [Zhōnghuá Mínguó]
Tibet [Bod Chen]
 
 
Flagge
Volk/Völker
Quebecer
Schotten
Niloten, Ostsudanesen
Chinesen
Tibeter
[Ex]Zentralstaat
Kanada
UK (Großbritannien)
Sudan
Volksrepublik China
Volksrepublik China
Großraum
Nordamerika
Nordwesteuropa
nordöstliches Zentralafrika
Ostasien
Zentralasien
Bevölkerungszahl
8,1 mio
5,25 mio
8,3-10,0 mio
23,2 mio
6,3 mio
Fläche
1542056 km²
78.772 km²
619-644000 km²
36179 km²
2500000 km²
Schrift/Alfabet
Lateinisch
Lateinisch
Lateinisch
Chinesisch
Tibetisch
Sprache(n)
Französisch
Gälisch, Scots
Sprachenvielfalt, Englisch
Taiwanisch
Tibetisch
Territorium
 
Separat-/Nationalisten
FLQ, Parti Québècois
5 Parteien
Rebellen, SPLA
Pan-Grüne-Koalition
Exilregierung
Befreiungskampf
parlamentarisch seit 1976
Volksabstimmung
Bürgerkrieg 1955-2011
Staatsgründung 1949
Friedenspläne
Motivation
Sprachenklave
Ölressourcen in der Nordsee
arabisch-islamische Fremdherrschaft
Antikommunismus
Religiosität
Legitimität
HighTech-Region
bis 1707 Königreich
animistisch-kristliche Identität
seit 1912 Nationalchina
Unabhängig' 1913-51
Unterstützer
Fehlanzeige
Fehlanzeige
USA, EU
Fehlanzeige
Fehlanzeige
Zwischenbilanz
Nation
eigenes Parlament
Friedensabkommen
seit 1949 Republik
Autonomes Gebiet
Anerkennung
Fehlanzeige
Fehlanzeige
durch 79 Staaten
durch 23 Staaten
Fehlanzeige
Erfolgsaussichten
ein drittes Referendum
Befürworter in der Minderheit (leider zu viele Queen-Fans)
innere Zerrissenheit
Problem Alleinvertretungsan-spruch der VR China
buddhistische Zusammen-gehörigkeit
LBH-Erfolgsquote
33%
0%
91%
35%
9%
Ergebnis    09/2014: gescheitertes Referendum (45:55%)      
Zweifellos existieren weitere Sezessionsbestrebungen – auch außerhalb Europas. Man denke z.B. an das nordwestspanische Galicien, die norditalienische Lombardei, die französischen Regionen Bretagne (keltisches Breizh), Nordkatalonien (Département Pyrénée-Orientales) und Korsika, das belgische Flandern, die nordwestafrikanischen Kanarischen Inseln, das tansanische Sansibar, die südamerikanischen Falklandinseln (Islas Malvinas) oder islamisch orientierte Völker in Nordwestchina. Wenn diese sich nachhaltig bemerkbar machen, wird LBH sie in die Tabelle aufnehmen. Kapitulation, Niederlagen oder international voll anerkannte Eigenstaatlichkeit führen ggf. zur Tilgung aus der Tabelle. Das theoretische Konfliktpotential ist noch weitaus größer - auch innerhalb Europas. Man denke nur einmal an zwei deutschsprachige Gebiete: das autonome norditalienische Südtirol und das österreichische Tirol oder den Freistaat Bayern und seine Monarchisten. Diese leiden allerdings unter dem unlösbaren Problem, dass die Franken und Schwaben mehrheitlich Mitglieder der Bundesrepublik bleiben wollen. Einige Fantasten träumen sogar von einer alemannisch dominierten Großschweiz (mit Baden, Schwaben, Elsass, Vorarlberg, Tirol). Völlig überraschend dagegen die Einverleibung der ukrainischen Krim-Halbinsel durch Neozar Putin mithilfe vermummter Milizen und eines getürkten Referendums. Im Gegensatz zur Sowjetunion kommt aus dem russischen Weltreich keiner mehr raus. Dieser Landraub hat mit dem Selbstbestimmungsrecht nicht das Mindeste zu tun.
LBHs Vorschlag: Die Auflösung sämtlicher Nationalstaaten der Welt und deren Umwandlung in souveräne Regionen würde das Völkerrechtsproblem auf einen Schlag lösen.
 
Leon Haardts Einschätzungen
Abchasien : Die auf einer eigenen Sprache beruhende Identität der Abchasier ist unbestritten; allerdings ist es der Regierung in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, Rechtssicherheit und eine wirtschaftliche Tragfähigkeit auf die Beine zu stellen; die marode Region hängt am Tropf Russlands, über den sich die herrschende Clique identifiziert. Streng genommen hat das ehemalige georgische Landesteil nicht das Potential für eine staatliche Souveränität. Der bereits halbwegs vollzogene Anschluss an den "großen Bruder" im Norden offenbart den latenten und zeitweise offen militanten Imperialismus des exzaristischen Großreichs. Die Rückkehr zum Mutterland Georgien wäre daher die bessere Lösung im Vergleich zu einem Anschluss an Russland.
Adscharien : Da das Gebiet bereits zu UdSSR-Zeiten den Status einer autonomen Republik hatte, entstand - nach Auflösung der Sowjetunion - in den muslimischen Köpfen der adscharischen Autokratie der Plan, sich von dem überwiegend christlich geprägten Georgien abzuspalten. Die Abspaltungsbestrebungen scheiterten jedoch, als die russische Regierung 2004 der adscharischen die politisch- wirtschaftliche Unterstützung entzog. Angesichts der fehlenden internationalen Anerkennung, der Erfolge der Oppositionsbewegung, der Abdankung der Abaschidse-Regierung und der sich verbessernden Beziehungen zum Zentralstaat Georgien kann das Abenteuer Eigenstaatlichkeit (fast) als beendet betrachtet werden. Eine Entwicklung zur Stärkung Georgiens, die LBH uneingeschränkt begrüßt.
Baskenland : Die Region an der Atlantikküste ist - bei umstrittener Ausdehnung - in einen kleinen französischen (Labourd, Niedernavarra und Soule) und einen größeren spanischen Teil getrennt. Auf der iberischen Halbinsel unterscheidet man die Autonome Gemeinschaft aus drei Provinzen (Gipuzkoa, Biskaya, Álava) von der autonomen Region Navarra. Die militante Befreiungsbewegung ETA hat durch ihre Anschläge sehr viel Unheil angerichtet: in 50 Jahren u.a. über 800 Tote. Auch die überwiegende Mehrheit der Basken hat davon die Schnauze voll, sodass in mittlerer Zukunft alles andere als kleinere Fortschritte auf dem Weg der Autonomie durch die parlamentarische Arbeit baskischer Parteien ziemlich aussichtslos erscheint.
Grönland : Nachdem 1814 Grönland an Dänemark fiel, wurde auf dem zu über 80% vereisten Subkontinent eine dänische Verwaltung aufgebaut. 1921 erklärte Dänemark seine Oberhoheit über Grönland, 1953 wurde "die größte Insel der Erde" gleichwertige Provinz im dänischen Königreich. 1933 wurde der Konkurrent Norwegen durch einen Schiedsspruch des Internationalen Gerichtshofs ausgebootet. Seit 1950 versuchen auch die USA ihre Interessen (Militärstützpunkt) durchzusetzen. Seit Beginn der 1960er-Jahre gibt es Autonomiebestrebungen auf parlamentarischer Basis. Ab 1979 hatte <Kalaallit Nunaat> den Status einer "Nation innerhalb des Königreichs Dänemark". Seit 2009 ist nur noch die Außen- und Verteidigungspolitik in dänischen Händen.
Großirland : Der religiös-territoriale Konflikt zwischen der Republik Irland und Großbritannien um Nordirland (seit 1921 - bestehend aus sechs der neun Grafschaften der ehemaligen irischen Provinz Ulster) schwelt seit fast 50 Jahren und hat etwa 4000 Menschen das Leben gekostet. Dem miliärischen-imperialistischen Apparat Großbritanniens steht die separatistische IRA gegenüber, eine irische Befreiungsbewegung, die zwar einen parlamentarischen Arm (Sinn Fein) hat, ansonsten aber überwiegend mit davidschen Anschlägen gegen den verhassten Goliath aufgefallen ist. Ebenso ist die nordirische Bevölkerung gespalten in katholisch-irische Republikaner und protestantisch-britische Royalisten. Nachdem die IRA 2005 den bewaffneten Kampf für beendet erklärt hatte, beendete die UK-Armee ihren Einsatz in Nordirland. Blutige Zusammenstöße insbesondere jugendlicher Gruppieren halten den Konflikt auf der Tagesordnung.
Katalonien : Die Motivation zur Bestrebung nach Unabhängigkeit ergibt sich aus einer historischen Fase der Selbständigkeit (12.-17. Jht.), einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen, der starken Kultur- und Industriemetropole Barcelona und der eigenen Sprache. Seit 1931 besitzt der nordöstliche Landesteil eine zunehmende Autonomie innerhalb Spaniens. Doch bereits die Frage der eigenen Nation ist innerhalb der katalanischen Parteien umstritten. Ein Referendum mit dem Ziel der Eigenstaatlichkeit - im April 2014 vom spanischen Parlament abgelehnt - könnte derzeit nur mit einer geringen Wahlbeteiligung und einer Zustimmung von etwa einem Drittel der wahlberechtigten Südkatalanen rechnen. Zu groß ist der Anteil der Royalisten und Unionisten. Aber es gibt ja noch die Nordkatalanen im französischen Departement Pyrénées-Orientales. Darüber hinaus besteht eine Sprachverwandtschaft mit den Einheimischen der Provinz Valencia, des Fürstentums Andorra und der Balearen. Ja, es existiert sogar eine katalanische Sprachinsel auf Sizilien - Alguer.
Kaukasische Union : Dass Sezessonsbestrebungen im russischen Imperium chancenlos sind, müsste allen Beteiligten und Beobachtern der Tschetschenienkriege (1994-2009) sonnenklar geworden sein - unabhängig von der aktuellen russischen Staatsform. Ein (aus russischer Sicht illegaler) Zusammenschluss der nordkaukasischen Völker würde die Verunglimpfung einer gemeinsamen Befreiungsbewegung als Terroristen erheblich erschweren, wenngleich ein bewaffneter Guerillakampf unumgänglich wäre. Denn auf parlamentarischem Weg ..: siehe oben. In Frage käme ein Zweckbündnis der 5 Republiken der Russischen Föderation: Karatschai-Tscherkessien, Kabardino-Balkarien, Nordossetien-Alanien, Inguschetien und Tschetschenien. Naheliegend wäre auch eine Beteiligung Dagestans, insbesondere aber des georgischen Landesteils Südossetien, um die Wiedervereinigung mit dem Nordteil einzubeziehen.
Kosovo : Seit 2008 ist die Republik Kosovo der jüngste eigenständige Staat Europas. Nach Jahren des Bürgerkriegs und ethnischer Konflikte hat das Land einen politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess begonnen. Die Wirtschaft ist jedoch extrem schwach, die Arbeitslosigkeit mit über 40 Prozent sehr hoch, besonders bei den Jugendlichen (jeder zweite Einwohner ist unter 25 Jahre alt). Politische Instabilität, der ungelöste Konflikt mit Serbien und dem nördlichen Landesteil (mit serbischer Mehrheit), die marode Infrastruktur und unsichere Rahmenbedingungen für ausländische Investoren erschweren die wirtschaftliche Entwicklung. Doch nur eine politische Lösung für den Nordkosovo kann die beiden beteiligten Staaten der EU näher bringen. Der Balkankleinstaat würde allerdings ewig und drei Tage am EU-Tropf hängen. Die bessere - von LBH unterstützte - langfristige Lösung wäre daher ein Zusammenschluss mit dem sprach- und kulturverwandten Nachbarstaat Albanien.
Kurdistan : Die Abgrenzung Kurdistans ist umstritten, da es kein ethnisch homogenes kompaktes Siedlungsgebiet von Kurden und in der Türkei und in Syrien auch keine derartige Verwaltungseinheit gibt. Dessen ungeachtet kämpft die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorwiegend mit Waffengewalt für eine politische Autonomie kurdisch besiedelter Gebiete in der Türkei. Da sie auch Anschläge auf zivile Ziele verübt, wird sie von der Türkei, der EU und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. Das langfristige Ziel eines unabhängigen kurdischen Staates rückt damit in den Bereich der Utopie. Da sich die syrische Partei der Demokratischen Union, die irakische Partei für eine Politische Lösung und die iranische Partei für ein Freies Leben in Kurdistan auf politischem Parkett bewegen, sind die Chancen dieser Schwesterorganisationen aussichtsreicher, wenigstens im Rahmen einer Autonomie Fortschritte zu erzielen.
Palästina : Der Nahostkonflikt hat sich als Never-Ending-Story offenbart. Die jüdischen Israelis haben kein Interesse an einem palästinensischen Nachbarstaat, und sie können sich der - notfalls auch militärischen - Solidarität durch die USA sicher sein. Für sie ist die townshipartige Segregation der palästinensischen Autonomiegebiete die beste aller schlechten Lösungen. Dass die dort lebenden Palästinenser unbedingt einen eigenen Staat brauchen, verstehen alle außer den Juden und LBH, der vorschlägt, die antizionistischen Palästinenser auf die zahlreichen arabischen Staaten aufzuteilen und die Autonomiegebiete in einen jüdisch-palästinensischen Staat zu integrieren. Dies wäre eine sichere und dauerhafte Konfliktlösungen und - von den georgischen Sonderfällen abgesehen - der einzige Fall, bei dem LBH das Selbstbestimmungsrecht einer Bevölkerungsgruppe nicht anerkennt, weil die Siedlungsgebiete der Palästinenser völlig zersplittert und zu keinem Staatsgebilde zusammenzufassen sind.
Québec : Im Zusammenhang mit der Modernisierung des Verwaltungsapparats entstanden seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrere separatistische Bewegungen. Die militante Befreiungsbewegung FLC verübte zwischen 1963 und 1970 mehr als 200 Bombenanschläge und Banküberfälle mit dem Ziel, aus der Provinz einen marxistischen Staat zu machen. Die Parti Québècois dagegen versuchte Québec mit friedlichen Mitteln in die Unabhängigkeit zu führen. Das Unabhängigkeitsreferendum von 1995 scheiterte äußerst knapp mit 50,6% Nein- gegen 49,4% Ja.Stimmen. Mit ihrer französischen Amtssprache, ihrer frankofilen Kultur und ihren frankofonen Institutionen stellt diese nordamerikaninische Region seit 2006 eine Nation innerhalb Kanadas dar. In ihr leben Indianer aus 39 anerkannten First Nations.
Schottland : Seit der Etablierung eines eigenen Parlaments (1999) hat das schottische Selbstbewusstsein einen Schub erhalten. Dennoch ist die Bevölkerungsmehrheit für einen Verbleib im UK. Entsprechend düster steht es seit Oktober 2012 mit den Erfolgsaussichten für das mit der Londoner Regierung vertraglich geregelte Unabhängigkeitsreferendum im September 2014 aus. Die schottische Bevölkerungsmehrheit (50:39%) hat eine Heidenangst vor einer derart gravierenden politischen Veränderung, obwohl die Aussicht lockt, die Gewinne der Erdölförderung in der Nordsee nach Schottland fließen lassen zu können. Liebe Schotten, trägt eure Nationalhymne den Titel "Scotland the Brave" [brave = mutig, tapfer, unerschrocken] zu unrecht? Wieviele Völker bekommen jemals die Chance ihren politischen Status selbst zu bestimmen? Und ihr habt die denkbar besten Voraussetzungen! Euch fehlt eigentlich nur eine eigene Verfassung.
Südsudan :Durch das im Jahr 2005 mit dem Exzentralstaat abgeschlossene Naivasha-Abkommen, das den Südsudan als autonome Region innerhalb des Sudan definiert, wurden die Voraussetzungen für eine Trennung geschaffen. Die Ursachen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs liegen in der Inkompatibilität des islamisierten Nordens mit dem kristlich-animistischen Süden. Allerdings haben auch die zahlreichen nilotisch-ostsudanesischen Völker des neuen Staates im schwarzafrikanischen Nordosten Zentralafrikas noch keine Struktur für ein stabiles Zusammenleben gefunden. Als Mitglied der UNO und der Afrikanischen Union ist jedoch die Eigenstaatlichkeit völkerrechtlich und praktisch-politisch weitgehend vollzogen. Wenn nur das Kaos nicht so stabil wäre ...
Taiwan : Nicht Taiwan (ehemals Formosa) hat sich vom kommunistischen China abgespalten wie viele Ahnungslose und die Pekinger Regierung ("abtrünnige Provinz") behaupten. Nein: abngespalten hat sich die Volksrepublik China durch ihre Gründung im Jahr 1949, denn Nationalchina existiert bereits seit dem Sturz des Kaisers Pu Yi im Jahr 1912. Dass die meisten (feigen) Staaten die VR China anstelle der Republik China diplomatisch anerkannt haben, liegt in erster Linie in der Ein-China-Politik (vgl. BRD-Alleinvertretungsanspruch der Hallstein-Doktrin) der Pekinger Kommunisten begründet, obwohl Taiwan de facto ein eigenständiger Staat ist. Nicht einmal die EU bringt den Mut auf, Taiwan als eigenständiges Völkerrechtssubjekt zu behandeln. Das ist eine Schande!
Tibet : Das Autonome Gebiet Tibet entspricht der 1965 gegründeten Verwaltungseinheit der VR China. Es umfasst etwa die Hälfte des tibetischen Kulturraums und liegt im Süden des Großraums. Die nördlichen und östlichen Teile Amdo und Kham wurden vier chinesischen Provinzen zugeschlagen. Im chinesischen Sprachgebrauch steht der Begriff Tibet (Xīzàng, tibetisch Bod Ljongs) für das Autonome Gebiet. Der tibetische Begriff Bod Yul entspricht der Verwaltungseinheit, der Begriff Bod Chen (Großtibet) dem von Peking zersplitterten tibetischen Siedlungs- und Kulturraum. Die Zugehörigkeit Tibets zur VR China ist völkerrechtlich umstritten. Während 1998 die erbärmliche rot-grüne Bundesregierung (mit Nassauer Fischer) Tibet völkerrechtswidrig als integralen Bestandteil Chinas proklamierte, stellte die EU in ihrer Resolution von 1992 fest, dass dem tibetischen Volk das Recht auf Selbstbestimmung zustehe und verurteilte die militärische Besetzung Tibets durch chinesische Truppen.

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