Die allseits beliebte Homepage Leon Haardts Lonely Hearts Club bietet einen multimedialen Marktplatz für alles Überflüssige, Sinnlose, Irr- und Surreale, grenzt sich aber kategorisch ab von wirren Irren, entrückten Verrückten und gefloppten Bekloppten.

Leon B. Haardts Satire-Blog 2011-13
 
30. Dezember 2013: Getier: Murmeltier, Faultier, Gaultier, Haustier, Pubertier
Unter <Getier> versteht man nicht ein gehfähiges Tier wie Bonobos, Kamele oder Pferde. Denn in diesem Fall müsste es orthografisch korrekt <Gehtier> geschrieben werden. Nein, es handelt sich einfach um ein nicht näher karakterisiertes Tier, das man weder klassifizieren noch benennen kann.
Mehr weiß man über das <Murmeltier>. Es hat keine Murmeln als Organe und spielt auch nicht bevorzugt mit solchen. Auch murmelt es keine unverständlichen Laute vor sich hin. Nein, diese Hörnchen nagen sich wie <Bergmäuse> durch Gänge, Tunnel & Toiletten, weswegen sie früher <mus montis> (lateinisch) bzw. murmunto (althochdeutsch) genannt wurden.
Auch das <Faultier> trägt einen irreführenden Namen. Es ist nicht arbeitsscheu, sondern hangelt sich in den Schlafpausen hängend von Ast zu Ast (sowohl im Zoo als auch anderswo). Dreifinger-Faultiere steigen zum Kotabsetzen extra auf den Boden herab - einzigartig bei Baumbewohnern. Als faulstes Lebewesen der Welt gilt im übrigen der Koalabär.
Wer mit <Gaultier> ein Ross assoziiert, liegt sowas von daneben: es handelt sich nämlich um einen französischen Namen, der etwa <Gottjeh> ausgesprochen wird. Jean Paul Gaultier ist ein französischer Mödeschöpfer, der offensichtlich Gott, aber auch den Homofilen näher steht als den Tieren. Seine Beziehung zu letzteren beschränkt sich darauf, dass er Dita von Teese im Schmetterlingskorsett auf den Laufsteg schickt.
Ganz anders sieht es beim <Haustier> aus. Jeder hat derartiges Getier in seiner Wohnung. Das meiste ist allerdings so klein, dass sein Besitzer es gar nicht sieht - wie Staubmilben, Läuse, Wanzen, Sackratten, Flöhe, Asseln u.ä. Um wenigstens mit einem Haustier regelmäßig zu kommunizieren, legen sich viele Tierfreunde Hunde, Katzen, Vögel, Fische oder Reptilien zu. Seltener werden - wegen des Platzbedarfs - Pferde, Kühe, Kamele, Schafe oder Ziegen gehalten.
Neu auf dem Markt ist 'Das <Pubertier>'. Der/Die muffelige, maulfaule und hysterische Jugendliche mit Pickelgesicht und Smartfonsucht wird im gleichnamigen Bestseller von Jan Weiler beschrieben. LBH hat ihm MSFGAGMUV (Meine Schadenfreude gilt allen geplagten Müttern und Vätern) gesimst.

12.12.'12, 12.12 h, 12 min nach High Noon: der letzte magische Zeitpunkt dieses Jahrhunderts
Das stimmt doch - oder?: optimal zum Heiraten, wenn man so will. In Wirklichkeit haben magische Momente mit Kalendern nichts zu tun, denn sie kommen überraschend, urplötzlich, unerwartet, unberechenbar. Und genau so verschwinden sie auch. Sucht man allerdings besondere Schnapszahlen mit Kalender und Kronometer, darf ein Geheimnis verraten werden: der ultimative Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte war nicht heute und wird sich möglicherweise auch nicht in Zukunkt ereignen. Nein, er ist vorbei, jedenfall für die nächsten 9099 Jahre. Dann allerdings - vorausgesetzt die Menschheit und der gregorianische Kalender existieren noch - käme - mit 13 Einsen - der Hammertag: der 11.11.11111, 11:11 h. Bis dahin ist der einzifferigste Tag - von heute aus betrachtet - seit 901 Jahren Vergangenheit, nämlich seit dem 11.11.1111, 11:11 h. Kein anderes Datum ist mit 12 mal derselben Ziffer möglich. Das nächste langfristige, halbwegs brauchbare, kalendarische Großereignis findet in 99 Jahren, 10 Monaten und 11 Tagen statt: es wird um 11:11 h am 11.11.[21]11 sein - immerhin 10 [bzw. 11] mal die "1". Niemand, der/die diese Zeilen gerade liest, wird allerdings diesen Tag noch erleben, es sei denn, er/sie wird in etwa 111 Jahre alt. Vielmehr lautet die Frage: wird dann diese Homepage noch existieren? Von einer zeitlichen Begrenzung ist bisher jedenfalls nichts bekannt.
Aber nun mal weg von der ganzen christlich-abendländischen Zahlenspielerei: andere Länder, andere Zeiten. Nach dem jüdischen Lunisolarkalender leben wir im Jahr 5773, weil 3761 vor unserer Zeitrechnung das biblische Gotteswort zur Schöpfung generiert wurde: „Es werde Licht, und es ward Licht.“ Nach dem auf die Auswanderung des allerletzten Profeten Mohammed aus Mekka zurückgehenden Mondkalender des Islam beginnt die Zeitrechnung im Jahr 622, so dass die Islamisten derzeit im Jahr 1390 leben. Zahlreiche weitere Kalender könnte man aufführen, wie den babylonischen, altägyptischen, altgriechischen, keltischen, römischen, chinesischen Bauernkalender usw. Schlagzeilen macht immer wieder der Maya-Kalender, nach dem angeblich für den 21.12.2012 der Weltuntergang profezeiht worden sei. Historisch korrekt geht aber lediglich eine sehr seltene, 5128 Jahre dauernde Ära zu Ende, an die sich unmittelbar der Beginn einer neuen anschließt. Damit soll der Weltuntergang nicht grundsätzlich in Abrede gestellt werden. Doch das ist ein anderes Thema, das LBH sicherlich in den nächsten Jahren im Bilderbuch behandeln wird. An dieser Stelle soll der Traum eines globalen Kalenders geträumt werden. Er dürfte weder auf Glaubensbekenntnissen noch auf kontinental begrenzten historischen Ereignissen beruhen. LBHs Vorschlag: das Jahr Eins des Weltkalenders entspricht dem Beginn der Weltgeschichte. Und damit ist der Versuch gemeint, die historischen, also primär schriftlichen Aufzeichnungen alter Hochkulturen auf den verschiedenen Erdteilen zu kronologisieren. Forschungsergebnisse in dieser Richtung hat LBH bisher leider nicht gefunden. Relevant wären aber auf jeden Fall die Sumerer in Mesopotamien (Uruk-Zeit ab etwa 4000 v.u.Z.; Keilschrift), die Kultur von Caral in Peru (ab 3300 v.u.Z.; keine Schrift, minimale Ausdehnung), die Induskultur (ab 2800 v.u.Z. im Raum Belutschistan/Pandschab/Sindh; schriftähnliche Symbole), das faraonische Ägypten (Pyramidenbau ab etwa 2700 v.u.Z.; Hieroglyfenschrift), die Maya (archäologische Funde ab 2000 v.u.Z.; eigene Schriftzeichen), die kreto-minoische Kultur des Mittelmeerraums (ab 1700 v.u.Z.; Archanesschrift), das afrikanische Reich von Kerma im nubischen Raum (klassische Fase ab 1700 v.u.Z.), die chinesischen Kaiserdynastien (Handschriften seit Beginn der Shang-Dynastie 1570 v.u.Z.), die Fönizier in der Levante (ab etwa 1500 v.u.Z.; fönizische Schrift).
LBH hält die Gründung der Stadt Eridu in Südmesopotamien für einen geeigneten Ausgangspunkt (sprich: Jahr 0) des Weltkalenders. Nach dem sumerischen Mythos ist sie die Stätte, an dem die zivilisatorische Menschheitsgeschichte begann. Sie gehört zweifelsohne an den Anfang der urbanen Revolution, die eine nicht endende Kette von Stadtgründungen nach sich zog. Anders als bei den frühen Orten wie Jericho oder Catalhöyük war sie der Ausgangspunkt einer Zivilisation, die erste Stadt also, die den Namen wirklich verdient. Danach würden wir heute - entgegen Hape Kerkelings 5000-jähriger Weltgeschichte - etwa das Jahr 6000 schreiben.
 
10. Dezember 2012: "Mein Leben ohne Peer Steinbrück wäre wesentlich ereignisreich, äh"
                               (Andrea Nahles heute im ZDF-Morgenmagazin)
Die SPD-Generalsekretärin hat inzwischen klarstellen lassen, was sie eigentlich sagen wollte: "Mein Leben ohne Peer Steinbrück wäre wirklich ereignisreicher." Wir können das nachvollziehen, schließlich ist der SPD-Kaka ein Mann, der in seiner 40-jährigen Parteizugehörigkeit stets dieselben, langweiligen Standpunkte vertreten hat: alternativlose Regierungskoalition, gesetzlicher Mindestlohn, Rente mit 67, Reichensteuer ... Frau Nahles gehört nun zum erlauchten Kreis der
witzigsten Promi-Versprecher & TV-Missverständnisse.
Doch LBH kann Frau Nahles beruhigen: "Du bist nicht allein ..." Hier ein paar Beispiele für TV-Fettnäpfchentreterei: "Hass gehört nicht ins Stadion; solche Gefühle soll man mit seiner Frau daheim ausleben." (Bundes-Berti Vogts) "Einmal im Strandkorb liegen und dem Plätschern eines kühlen Gebirgsbaches lauschen ..." (Dschungelcamperin Isabell Varell) "Du hast deine Kinder auch relativ schnell hintereinander bekommen. Es waren, wenn ich mich richtig erinnere, nur zwei Monate dazwischen." (Sexplombe Verona Feldbusch) "Halten Sie die Luft an und vergessen Sie das Atmen nicht!" (Moderator Johannes B. Kerner) "Meine Beine trage ich meistens nicht so offen." (Supermodell Nadja Auermann) "Acht Stadien wird dieser Mann nächstes Jahr vollmachen." (Klamaukentertainer Jürgen von der Lippe) "Es schmeckt so ein bisschen nach meiner Großmutter, das ist das Schöne dran." (Fernsehkoch Alfred Biolek) "Unsere Feinde sind sehr mächtig - genau wie wir. Sie sind pausenlos damit beschäftigt, unserem Land zu schaden - genau wie wir.“ (Ex-US-Präsident George W. Bush) "Das trenne ich ganz konsequent: Beruf und Job." (Fernsehmoderatorin Frauke Ludowig) "Er verlor das Übergewicht und stürzte in den reißenden Bach.“ (RTL-Moderatorin Katja Burkard) "Ich meine, eine schwule Hochzeit sollte zwischen einem Mann und einer Frau stattfinden.“ (Gouvernator Arni Schwarzenegger) "Ich, äh, hab’s mir angwöhnt, dass ich, äh, in der Früh’ in den Garten schau und vielleicht eine Blume hinrichte oder, äh, oder...." (Bayerns Exministerpräsident Edmund Stoiber).
Tja, wer gerne seine Visage in Fernsehkameras hält, muss schon mit dem einen oder anderen Versprecher rechnen. Besonders, wenn Anja Heyde den Gesprächspartner am frühen Morgen auffordert, einen vorgegebenen Halbsatz zu vollenden (wie eingangs mit Steinbrück geschehen). Derartige Syntaxkäfige für die freie Meinungsäußerung sind grenzwertig, meint LBH. Denn sie tangieren die Menschenwürde, zumal mit ihrer Hilfe die Befragten verarscht werden sollen. Aus diesem Grund fordert LBH den Art. 5, Abs. 1 des Grunzgesetzes zu ergänzen: "Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern ... und seine Sätze frei zu formulieren." Dann wäre Schluss mit der Satzvervollständigungsverarsche.
 
8. Dezember 2012: Wetten, dass "Herr Lanz" um Längen einfallsloser ist als "Thommy"?
Was niemand jemals für möglich gehalten hätte: Markus L. - im lanzweiligen, grauen Zweireiher händchenhaltend mit Maria Furtwängler über die Bühne schlendernd - hat es geschafft: in seiner Advantsfolge [von ihm als Weihnachts-FrauenPower-Show verkauft] waren Lanz und seine Performanz so gnadenlos lanzweilig wie es seinem Vorgänger nicht einmal am blauen Montag misslungen wäre. Zu diesem witzlosen Wetten-dass-Lanz-patzt-TV-Lowlight trugen die drei Berufshumoristen Karl Dall, Ilka Bessin und Olaf Schubert, ein paar 0-8-15-Wetten und ein Stretchsofa, auf dem die Gäste gliedweise aufgereiht waren und die Schnarchfragen des Moderators schön der Reihe nach beantworten mussten, nicht unwesentlich bei. Jenseits von quotendeutschem Fanta-Auftritt, Echt-Nena-Bleibjung, "Schlagerkönigin" Helene Schneider, Heino "Schnarchnase" Ferch ["Die Adlon-Produktion hat 80 Tage gedauert - also über dreieinhalb Monate."] und Piano-Ling-Lung-Leng-Long gab es einen einzigen gelungenen Auftritt: Pinks Actionsong <Try> mit Tanzpartner. Rihannas Auftritt [Lanz: "Sie ist ja so jung! Unglaublich!"] fand LBH - trotz des tollen Songs - tanten- bis tuntenhaft: ungepflegter Bubikopf, Eröffnungssonnenbrille, Überkreuzbusenbinde. Sorry! Auch Alicia Keys' Schreigesang "Girl on fire" mit drei Synkronbimbojerks war ziemlich mittelmäßig. Lustig-peinlich Lanzens Zynismus No.1 zum letzten Platz der Feuerwehr bei der Wahl des Wettkönigs: "Nicht traurig sein, Jungs. Wir brauchen solche [Loser] wie euch." Ansonsten nur peinlich. Ein Beispiel: Maria und Heino müssen sich so lange ernst anglotzen, bis einer von beiden lachen muss. Lanzens Zynismus No.2: "Das ist schwer, sich so verliebt anzusehen." Nebenbei mussten pinky Cindy und der Heuchler-Koch auf der Bühne klären, ob sie sich siezen oder duzen. Cindy aus Marzahn bietet ihm das Du an. Er, der Spießer ohne Tirolerhut: "'Sie' wär schon ganz schön." So werdet ihr, liebe Wetten-dass-Fans, im nächsten Jahr das Moderatorenpaar "Herr Lanz" und "Cindy" auf der Suche nach dem Tamagotchi- oder Thommy-Gottscha-Wortwitz erleben. Viel Spaß! Leon B. Haardt wird verzichten. -lk
 
26.11.2012+30.4.2014: Na starowje, Gerd und Wladimir:
                                    Der russische Agent und sein Freund, der Präsident
Seit über zehn Jahren lobt Exkanzler Gerhard "Basta" Schröder Wladimir Putin in den höchsten Tönen. Hat er ihn früher zum "lupenreinen Demokraten" hochst(er)ilisiert, so rechnet er ihn heute zu den führenden Politikern, die dafür sorgen, dass in Russland "Rechtsstaatlichkeit und Demokratie herrschen". In Wirklichkeit wurde im Nachfolgestaat der Sowjetunion eine Autokratie etabliert. Das beweisen nicht nur der Ämtertausch zwischen Putin und Medwedew, sondern viele Auswüchse des Herrschaftsapparats. Willkürliche Verhaftungen, brutale Polizeieinsätze, Schauprozesse, drastische Urteile oder Anschläge auf Journalisten sind nur die Spitze des russischen Eisbergs. Der letzte Auswuchs des "Staatssicherheitsprimats" der Politik ist das Agentengesetz, das Nichtregierungsorganisationen mit Fremdfinanzierung unter Strafandrohung vorschreibt, sich als "ausländischer Agent" zu bezeichnen. Nach dieser Terminologie gehört der ehemalige SPD-Parteivorsitzende nicht in diese Kategorie, da die Nord Stream AG, in deren Aufsichtsrat er herumsitzt, zu 51% dem russischen Staatskonzern Gazprom gehört. Gäbe es allerdings in Deutschland ein vergleichbares Gesetz, wäre Gerhard Schröder in der Tat ein russischer Agent. Dann wären seine Putin-Lobeshymnen auch nicht mehr verwunderlich. Dann wäre plötzlich auch klar, warum er als Kandesbunzler die SPD an die Wand gefahren hat und seitdem nicht nur seinen russischen Spezi, sondern auch Merkels EU-Politik lobt. Der russischen Führung passt eine bürgerliche deutsche Regierung nun einmal besser ins Konzept als Grüne und Sozialdemokraten. Diese waren schließlich schon in der Sowjetunion verhasst.
Was die deutschen Sozialdemokraten bis heute nicht begriffen haben, ist die Tatsache, das Schröder mit seinem repressiven Basta-Führungsstil (Rücktrittsdrohungen, Abgeordneten-Erpressung, Agenda 2010, Sozialabbau, Hartz IV) die SPD von einer 40- bzw. 30+x- (Bundestagswahlen 1957-2005) auf eine 20+x-Prozent-Partei (ab 2009) heruntergewirtschaftet hat. Begriffen hat Schröder wenig: während er mit Putin Partys feiert, hat dieser zuerst seinem Nachbarland Ukraine in einer Fase innerer Instabilität das Filetstück Krim-Halbinsel entrissen, um dann selbstgerecht zu beobachten, wie prorussische Milizen den Osten der Ukraine auf eine Abspaltung vorbereiten. Als Deutscher schäme ich mich, dass dieser Hannoveraner Putin-Sympathisant einmal Bundeskanzler war.
 
18.11.2012: Outminister Westerwave bei Berlin Direkt (sinngemäß):
                   Wenn wir Griechenland nicht retten, kostet uns das Tausende von Milliarden Euro.
Wenn seine Billionen Euro stimmen würden,
- wäre dieser Betrag größer als die gesamte Staatsverschuldung des Bundes;
- würde die christliberale Bundesregierung einen deutschen Staatsbankrott billigend in Kauf nehmen;
- wäre der Amtseid der Regierungsmitglieder ("zum Wohl des deutschen Volkes") nur ein Lippenbekenntnis bzw. der reine Hohn.
In Wirklichkeit meinte der Außenminister wohl Hunderte von Milliarden Euro. Da stellt sich dann die Frage, ob Westerwelle
- sich unabsichtlich versprochen hat, weil er in seinen Kopf die Nullen nicht mehr auseinander halten kann oder
- sich absichtlich versprochen hat, um die Wähler zu täuschen und zu verängstigen, damit diese bei der Wahl zwischen Skylla
   und Charybdis die Griechenlandrettung als das kleinere Übel betrachten.
Vielleicht war es aber auch nur etwas zu früh am Tag oder er hatte gerade Stress mit seinem Ehemann. Sowas kann mit einer heteromäßigen Ehefrau allerdings genauso passieren. Dennoch wäre für Deutschland ein richtiger Außenminister mehr als wünschenswert.
 
16.11.2012: Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel mit dem Fred-Jay-Preis.
                   Da umgab ihn noch die Aura der Nächstenliebe eines bekennenden Christen mit Heiligenschein. Nun ist die
                  Maske ab; Xavier Naidoo
hat sich selbst als Scheinheiligen entlarvt. "Ich schneide euch Arme und Beine ab und fick' euch in 'n Arsch", heißt es in <Wo sind sie jetzt>. Dass sich seine Hetze gegen Pädofile richtet, macht die Sache aus meiner Sicht keinen Deut besser. Klar, das erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung - auch wenn die Anzeige vom zuständigen Mannheimer Staatsanwalt unter den Teppich gekehrt wurde. Aber erst die Heuchelei seines Statements setzt dem Ganzen die Krone auf: "Es war nie die Absicht zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen."
Wessen Absicht? Und: was denn sonst? LBH interpretiert: mit "Menschen" meint er Schwule, nicht aber Pädofile, denn das sind ja keine Menschen, sondern Triebtäter. "Und gegen ihren Trieb (können Haftstrafen) nichts ausrichten". Deshalb möchte er "aktiv etwas tun" und "selbst zur Bestie" werden. Selbstjustiz nennt man das. Dr. Ton, du erinnerst mich an die Wildschweine, die im Horrorthriller <Hannibal> im Blutrausch zwei Kriminelle zerstückelt und gefressen haben.
 
Nach ihrer Freude über Osamas Tod im Berliner Kurier vom 6. Mai 2011:
                           Hamburger Richter zeigt Kanzlerin an
7. Mai 2011: Nach Merkels & Seehofers Freude über Bin Ladens Tod:
Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Osama Bin Laden zu töten.“ Nach dieser Äußerung ... hat Angela Merkel (CDU) heftige Kritik einstecken müssen. Jetzt hat der Hamburger Arbeitsrichter Heinz Uthmann die Bundeskanzlerin wegen „Billigung von Straftaten“ (§140 StGB) angezeigt. „Ich bin eben ein rechtstreuer Bürger und als Richter auf Recht und Gesetz vereidigt“, sagte er als Begründung für die Anzeige. Der 54-Jährige ist seit 21 Jahren Richter am Arbeitsgericht in Hamburg. Die populistischen Äußerungen von Angela Merkel bezeichnet der Jurist als „stilloses und würdeloses Verhalten“.
Seine zweiseitige Anzeige beginnt so: „Strafanzeige gegen Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen öffentlicher Billigung eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes.“ Uthmann schreibt weiter: „Die Äußerung ist für die Tochter eines christlichen Geistlichen verwunderlich und abseits aller Werte wie Menschenwürde, Barmherzigkeit und Rechtsstaat.“ Der Richter bezieht sich bei seinen Vorwürfen auf den § 140 StGB. Dort wird die Billigung schwerer Straftaten unter Strafe gestellt. Es drohen bis zu drei Jahre Haft. Uthmann führt in der Anzeige aus: „Das Ammenmärchen, nicht die Tötung, sondern die Vollstreckung eines internationalen Haftbefehls sei beabsichtigt gewesen, ist schon deshalb abwegig, weil Soldaten der USA nach Völkerrecht zu Vollstreckungshandlungen in Abbottabad nicht befugt waren.“
Auch LBH hat sich gefreut. Allerdings über die Anzeige des Hamburger Richters gegen die Bundeskanzlerin. Dieser Gedanke war - nach den menschenverachtenden Äußerungen zweier angeblich christlicher Politiker - auch ihm gekommen. LBH kann diese Anzeige daher nur voll und ganz unterschreiben. Allerdings hätte sich seine Anzeige auch auf den CSU-Chef Seehofer bezogen, der mit einem «Gefühl der Freude» das Ableben Bin Ladens kommentiert hat. Von den drei Dimensionen Strafgesetzbuch, Völkerrecht und christliche Ethik findet LBH letztere am entlarvendsten. Diese Bundeskanzlerin hat weder ein politisches Konzept noch eine wie auch immer geartete Moral. Für LBH ist sie der/die schlechteste BundeskanzlerIn aller Zeiten. Und da LBH so alt wie die Bundesrepublik ist, hat er sie alle erlebt. Die Erklärung ihres Regierungssprechers ist doch nur peinlich. Wenn Frau Merkel bei ihrer Freude vor allem an die Opfer Bin Ladens gedacht hat, warum sind ihr dann die Opfer Gaddafis so gleichgültig?
 
Dürfen Terroristen gelyncht werden, um langwierige Gerichtsverhandlungen zu verhindern?
2. Mai 2011: US-Spezialeinheit erschießt Bin Laden
Anlässlich der Begeisterung vieler Wessis, insbesondere der Yankees über den Tod Osama Bin Ladens ist es LBH ein Bedürfnis öffentlich zu erklären, dass er Hinrichtungen jeglicher Art ablehnt. Bereits im September 2001 fand er es äußerst merkwürdig, dass die US-amerikanische Regierung der Al-Qaida den Krieg erklärt hat. Die Zustimmung und Solidarität der Bundesregierung hat LBH so verstanden, dass sich damit auch Deutschland gegen die islamistische Terrororganisation im Kriegszustand befand.
Doch für ihn hat sich primär die Frage gestellt: Welchen Sinn hat es gegen Attentäter Krieg zu führen? Ganz zu schweigen davon, dass es eindeutig die falsche Strategie ist. Das müssten die kriegslüsternen WASP-Amis doch spätestens seit 1975, nach der politisch-militärischen US-Niederlage gegen die Vietkong-Guerilla, kapiert haben. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie erfolgreich man stattdessen mit den jährlichen US-Militärausgaben in Höhe von etwa 500 Milliarden US-Dollar die Armut in der Dritten Welt bekämpfen könnte. Niemand würde auch nur im Traum daran denken, die USA terroristisch, geschweige denn militärisch, anzugreifen. Im Mai 2011 hat Obama die Frage des Krieges gegen den Terrorismus beantwortet. Der von einem Killerkommando der Navy Seals erschossene Bin Laden ist lediglich ein Kriegstoter; ohne die damalige Kriegserklärung wäre es ein geplanter, heimtückischer Mord aus niedrigsten Beweggründen gewesen: geplant seit mindestens zehn Jahren; heimtückisch, weil man das Opfer in seinem eigenen Haus überfallen hat, ohne ihm eine Chance zu geben zu fliehen, sich zu wehren oder sich zu ergeben; aus niedrigsten Beweggründen, weil Obama den Schießbefehl nur gegeben hat, um Punkte bei seinen Landsleuten zu sammeln, also um seine Popularitätskurve wieder ansteigen zu lassen.

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